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Zittau hatte am 31.12.2025 24.958 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 38 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Zittau
Zittau liegt im äußersten Südosten Sachsens, im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien. Die Kernstadt breitet sich im Zittauer Becken am Fuß des Zittauer Gebirges aus, auf 230 bis 285 Metern Höhe, und durch die Stadt fließt die kleine Mandau, die nicht weit entfernt in die Lausitzer Neiße fließt. Die Neiße bildet im Osten die Grenze des Stadtgebiets zu Polen. Das Stadtgebiet umfasst 66,75 Quadratkilometer. Das Zittauer Gebirge, nach der Stadt benannt, liegt im Süden.

Zittau wird auch Sechsstadt genannt, und der Name erinnert an den Bund, dem die Stadt angehörte. Sie war eine der sechs Städte des Oberlausitzer Bundes, und sie trug unter ihnen den Beinamen Die Reiche. Zittau hat eine ganz städtische Geschichte von Tuchhandel, Bränden, Grenzen und Fabriken. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 24.958 Einwohner.
Schriftlich erwähnt wird der Ort zuerst 1238, als in einem Dokument die Burgherren von Sitavia erstmals auftauchten. Der Legende nach soll König Ottokar II. von Böhmen 1255 die Stadt umritten haben, um die Grenzen für die Stadtmauer festzulegen; damit habe er die Ansiedlung zur Stadt erhoben. Als Privilegien erhielt Zittau bis zum Tod Ottokars Steuerfreiheit, und bis 1300 durfte es Münzen prägen. Die Stadt lag strategisch günstig zwischen Böhmen und der damals brandenburgischen Oberlausitz.
Der Wohlstand kam rasch. Schon von 1270 bis 1280 konnten große Turniere abgehalten werden, ein Zeichen für den Reichtum der Stadt, und 1346 schloss sich Zittau mit Bautzen, Görlitz, Lauban, Löbau und Kamenz zum Oberlausitzer Sechsstädtebund zusammen, der der Willkür des Adels und dem Raubrittertum entgegentreten sollte. Unter den sechs Städten trug Zittau den Beinamen Die Reiche, und Haupterwerbszweige waren Tuchherstellung, Tuchhandel und die Bierbrauerei. 1396 gehörten 36 Dörfer zum Zittauer Weichbild.
Auf den Reichtum folgten Krisen. Stadtbrände hatten Zittau schon 1359 und 1372 getroffen. Im Februar 1424 belagerten die Hussiten Zittau, ohne es einzunehmen, zerstörten aber die Burg Karlsfried am Gabler Pass, die das Umland schützte. Die Hussitenkriege von 1424 bis 1434 ließen die Handelsverbindungen nach Böhmen abreißen. Zum ersten Mal ist 1463 die Pest in der Stadt nachgewiesen.
Die Reformation begann 1521 mit deutschen Predigten des Theologen Lorenz Heidenreich, setzte sich aber erst nach 1538 durch, als die Johanniterkommende aufgelöst wurde. 1547 verhängte der Kaiser im Oberlausitzer Pönfall hohe Strafgelder über die Stadt, weil sie dem Habsburger im Schmalkaldischen Krieg nicht beigestanden hatte. Doch schon 1574 konnte Zittau den Berg Oybin samt Burg und Kloster erwerben. 1589 zerstörte ein Feuer 153 Wohnhäuser, und 1608 zerstörte ein Brand drei Viertel der Stadt.
Die schwerste Katastrophe kam im Siebenjährigen Krieg. Am 23. Juli 1757 wurde die Stadt von österreichischen Truppen in Brand geschossen, weil die preußischen Truppen darin nicht kapitulieren wollten. Die Johanniskirche mit der Silbermann-Orgel, das Rathaus mit dem Ratsarchiv und 80 Prozent der Wohnhäuser wurden zerstört. Die Anteilnahme reichte weit über Deutschland hinaus und äußerte sich in einer europaweiten Solidaritätsaktion. 1767 begann der Wiederaufbau der Johanniskirche, die erst 1837 vollendet war.
Das Neue Rathaus wurde von 1840 bis 1845 im Neorenaissancestil unter der Leitung von Carl August Schramm nach Plänen Karl Friedrich Schinkels errichtet. Der 50 Meter hohe Turm ist ein Rest des 1757 zerstörten Vorgängers. Die Sanierung dauerte von 1990 bis 2002, der Bürgersaal wurde 1993 restauriert, und am Eingang stehen die Figuren der Sophia und der Themis.
Zittau hat insgesamt acht Kirchengebäude. Die Weberkirche wurde 1488 bis 1508 erbaut, die Frauenkirche wird erstmals 1355 erwähnt, und die Kreuzkirche, um 1410 mit deutlichen böhmischen Einflüssen errichtet, ist heute ein Museum. Dort hängt das Große Zittauer Fastentuch von 1472, 8,20 Meter hoch und 6,80 Meter breit. Ein Kleines Fastentuch von 1573 zeigt das Kulturhistorische Museum im Franziskanerkloster.

Bemerkenswert ist das Alte Gymnasium am Johannisplatz, das nach 1571 erbaut und 1586 eingeweiht wurde, kurz nach dem Tod seines Begründers Nikolaus von Dornspach. Von ihm stammt auch das Dornspachhaus von 1553, ein Renaissancebau mit Loggien. Das Salzhaus wurde 1511 erbaut und 1572 auf vier Stockwerke erweitert.

Die Stadtmauer wurde bis auf wenige Reste zwischen 1820 und 1869 abgetragen, an ihrer Stelle wurde der Grüne Ring angelegt, und bis 1914 wurde die Ringstraße gebaut. Seit der Wende hat man allein in der Altstadt mehr als 60 Baudenkmale abgerissen, darunter barocke Bürgerhäuser und Kaufmannshäuser aus der Renaissance.
Der Leinwandhandel nahm im 18. Jahrhundert europäische Dimensionen an, und Brauerei und Tuchmacherei brachten der Stadt großen Reichtum. Zittau besaß von 1693 bis 1757 eine Schnellwaage, ein Meisterwerk der Mechanik, das so empfindlich war, dass ein daraufgelegter Groschen sie zog. Eine Kaufmannssozietät wurde 1705 gebildet.
Im 19. Jahrhundert wurde aus der Handelsstadt eine Fabrikstadt. Schon 1848 erhielt Zittau Anschluss an die Bahnstrecke Dresden–Görlitz, und am 1. Dezember 1859 wurde die Strecke nach Liberec eröffnet. Für den Ausflugsverkehr kam eine eigene Bahn hinzu: Die dampfbetriebene Zittauer Schmalspurbahn, im Volksmund Bimmelbahn, fährt seit 1890 ins Zittauer Gebirge nach Oybin und Jonsdorf. Im späten 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum der Maschinen- und Textilindustrie, die Zwirnerei Hermann Schubert wurde ab 1904 zu einem weltweiten Branchenführer. Ab den 1950er Jahren wurde die Stadt durch den VEB Mechanische Weberei und den Nutzfahrzeughersteller VEB Robur-Werke Zittau zu einem wichtigen Industriestandort.
Nach der Wende entstanden 1991 und 1992 Gewerbegebiete in der Weinau und in Pethau, wo heute ein Großteil der produzierenden Unternehmen sitzt.
Die Einwohnerzahl folgte der Wirtschaft. Um 1400 nimmt man rund 5.000 Personen an, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs sie stetig, und 1950 erreichte sie mit etwa 47.000 ihren historischen Höchststand. Seit der Wende verlor die Stadt wegen Abwanderung und Geburtenrückgangs etwa 16.000 Einwohner, mehr als 40 Prozent der Einwohnerzahl von 1988.
Die Hochschultradition ist jünger als die Stadt. 1969 wurde die Ingenieurhochschule Zittau gegründet, aufbauend auf den nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Fachschulen für Elektroenergie und Bauwesen, und 1988 erhielt sie den universitären Status einer Technischen Hochschule. Der Standort wurde 1992 gesichert, als die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen Zittau/Görlitz entstand. Das 1993 gegründete Internationale Hochschulinstitut gilt als die kleinste staatliche Universität Sachsens.

Seit 2003 gehört die Hochschule Zittau/Görlitz zu den Initiatoren der Neisse University, einer länderübergreifenden Hochschuleinrichtung, gemeinsam mit den Technischen Universitäten in Liberec (Tschechien) und Breslau (Polen). Im April 2006 wurden zwei neue Laborgebäude und ein Hörsaalzentrum eingeweiht, weil die Studentenzahl auf fast viertausend angewachsen war.
Die Grenze hat Zittau nach 1945 verändert. Bis 1989 gab es nur einen Grenzübergang in der Chopinstraße nach Polen, den DDR-Bürger nach den Streiks der Solidarność vom 30. Oktober 1980 nur noch mit Sondergenehmigung nutzen konnten.
Mit der EU wandelte sich die Lage. Am 21. Dezember 2007 begingen Staatsoberhäupter aus Europa an den Grenzübergängen Zittau Friedensstraße und Porajów sowie Porajów und Hrádek die Einstellung der Grenzkontrollen anlässlich des Beitritts Polens und Tschechiens zum Schengen-Abkommen. Schon Anfang Mai 2004 hatte in Zittau die zentrale deutsch-tschechisch-polnische Feier zur EU-Osterweiterung stattgefunden. Die Stadt unterhält Partnerschaften mit Reichenberg in Tschechien, mit Villingen-Schwenningen und mit dem polnischen Zielona Góra.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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