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Oderwitz hatte am 31.12.2025 4.540 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 36 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Oderwitz
Neun Kilometer nordwestlich von Zittau und fünfzehn Kilometer südlich von Löbau breitet sich Oderwitz im Oberlausitzer Bergland aus. Der Ort zieht sich über neun Kilometer am Flüsschen Landwasser entlang und umfasst 35,91 Quadratkilometer. Das Tal liegt bei etwa 300 m, der Oberoderwitzer Spitzberg im Westen ragt mit 510 Metern darüber hinaus.

Die Gemeinde besteht seit dem 1. Januar 1999; damals gingen Oberoderwitz und Niederoderwitz zusammen und wurden zu Ortsteilen. Im Osten und Südosten grenzt Mittelherwigsdorf an, im Norden Herrnhut, im Süden Hainewalde. Am 31. Dezember 2025 zählte Oderwitz 4.540 Einwohner. Um 1950 lebten etwa 9500 Menschen im Ort. Seither hat sich die Bevölkerung ungefähr halbiert, und die Gemeinde ist stark überaltert.
Der Name geht vermutlich auf das sorbische Wort wudrjeńca zurück, das einen Wasserriss bezeichnet. Urkundlich fassbar wird der Ort am 15. Mai 1324 als Odrowitz.
Die Pest der Jahre 1632 bis 1634 entvölkerte Niederoderwitz fast. Erbuntertänigkeit gab es lange. Der Zieglersche Anteil kaufte sich 1673 frei, in der gesamten Oberlausitz endete sie durch ein Gesetz vom 17. März 1832. Aus den Befreiungskriegen bleibt ein ungewöhnliches Bild: 1814 wurden hundert Baschkiren als Bogenreiter im Dienst Russlands im Ort einquartiert.
Im Januar 1945 wurde in Niederoderwitz ein Außenlager des KZ Groß-Rosen eingerichtet, das am 23. Februar 1945 wieder geschlossen wurde. Fünf Häftlinge wurden im Frühjahr 1945 von SS-Männern ermordet; ein Ehrenmal auf dem Friedhof erinnert an sie.
Am 13. November 1989 versammelten sich die Menschen zu einer Massenkundgebung an der Niederoderwitzer Kirche, die den Beginn der Wende im Ort markierte. Seit Januar 2014 gehören die Kirchgemeinden von Nieder- und Oberoderwitz mit Mittelherwigsdorf zusammen.
Leineweberei ist in Oderwitz seit Ende des 15. Jahrhunderts urkundlich belegt. Um 1832 liefen im Ort 700 Stühle für Leinwand und 200 für Wollwaren. Ab etwa 1880 kamen maschinelle Großwebereien hinzu.
Im Jahr 1952 fasste man die maschinellen Webereien zum VEB Damino zusammen, der vor allem Tisch- und Bettdamast herstellte. Tischdamast ging auch an westdeutsche Versandhäuser.
Nach der Wiedervereinigung fiel der Bedarf an Damast weg. Die Damino-Werke wurden 1991 stillgelegt, 1998 riss man die Fabrikhallen in Niederoderwitz zum Teil ab. Ebenfalls 1998 wurde die Bahnstrecke Oberoderwitz–Löbau stillgelegt.

Ein kurzes Kapitel war der Motorradbau: Von 1921 bis 1929 fertigte die Firma Heros Motorräder in Oderwitz. Das heutige Gewerbe besteht überwiegend aus Bau- und Handwerksbetrieben sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Oderwitz war früher für seine Mühlen bekannt und gilt bis heute als Windmühlendorf. Insgesamt gab es im Ort fünfzehn Wind- und Wassermühlen. Erhalten blieben drei Bockwindmühlen, die Birkmühle, die Neumannmühle und die Berndtmühle, die ein Förderkreis in einem sehr guten Zustand hält.
Der Verein erhielt dafür 1991 den Europa-Nostra-Preis. Zum Deutschen Mühlentag im Mai oder Juni gibt es Feste an den drei Bockwindmühlen und an der Bertholdmühle.
Dazu kommen die Umgebindehäuser; im ganzen Ort sind es über 450. Die Niederoderwitzer Kirche wurde ab 1719 errichtet und 1726 geweiht, die Kirche in Oberoderwitz entstand von 1816 bis 1821 im Stil des Klassizismus. Schloss Oderwitz baute man 1910 bis 1911, heute dient es als Konferenzzentrum und wissenschaftliches Institut.

Seit 1995 gibt es am Fuß des Spitzbergs eine Sommerrodelbahn mit einer Abfahrt von etwa 600 Metern. An der Nordwand des Berges liegt ein Sportklettergebiet mit über 60 Routen.
Aus sorbischer Tradition stammen Bräuche wie die Vogelhochzeit am 25. Januar. Im Herbst schnitzen Kinder aus Rüben die Flenntippl, mit denen sie durch den Ort ziehen.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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