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Speyer hatte am 31.12.2025 49.035 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 53 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Speyer
Speyer ist eine kreisfreie Universitätsstadt in Rheinland-Pfalz, gelegen in der Oberrheinischen Tiefebene dort, wo der Speyerbach in den Rhein mündet, knapp 20 km südlich von Ludwigshafen am Rhein und von Mannheim; zur Metropolregion Rhein-Neckar gehört sie ebenfalls. Die amtliche Ortshöhe beträgt 108 m, die Stadtfläche 42,71 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 49.035 Einwohner.
Die keltischen Mediomatriker siedelten im zweiten vorchristlichen Jahrhundert in der Gegend; nachdem die Römer Gallien unterworfen hatten, wurde der Rhein zu einem Stück Reichsgrenze. Zehn Jahre vor Christi Geburt entstand ein Lager, das vermutlich eine 500 Mann starke Infanterietruppe aufnahm; von diesem römischen Militärposten ging der Anstoß zur Stadtbildung aus. Unter dem keltischen Namen Noviomagus taucht die Stadt um das Jahr 150 in der Weltkarte des Griechen Ptolemaios auf; denselben Namen führen das Itinerarium Antonini und die Tabula Peutingeriana. Den Namen Spira brachten die Alamannen auf; erstmals steht er im 6. Jahrhundert in der Notitia Galliarum, und vom 7. Jahrhundert an erscheint Speyer wieder als Bischofssitz.
Das Immunitätsprivileg, eine eigene Gerichtsbarkeit sowie die Kontrolle über Münze und Zoll erhielt die Bischofskirche im zehnten Jahrhundert von Kaiser Otto dem Großen. Auf Betreiben des Bischofs Rüdiger Huzmann ließ sich im 11. Jahrhundert eine der ersten jüdischen Gemeinden des Heiligen Römischen Reiches hier nieder; zusammen mit Worms und Mainz, den beiden anderen SchUM-Städten, gilt Speyer als Geburtsstätte der aschkenasischen Kultur. 1111, am Tag der Beisetzung seines Vaters im Dom, stattete Heinrich der Fünfte die Stadt mit umfassenden Privilegien aus; der Große Freiheitsbrief gab den Bürgern persönliche Freiheiten, und keine deutsche Stadt hatte das vor ihnen erlebt. 1349 setzte sich die reine Zunftverfassung durch, und die Münzer-Hausgenossen mussten ihre letzten Vorrechte abgeben; fortan waren sie eine Zunft wie 14 andere auch. Abgesehen von den Zerstörungen, die der Zweite Markgrafenkrieg 1552 anrichtete, verliefen die Jahre zwischen 1530 und 1620 vergleichsweise friedlich; Pestepidemien kehrten allerdings wieder, etwa 1539, 1542, 1555 und 1574. Ummauert, aber kaum verteidigungsfähig, lag Speyer im Dreißigjährigen Krieg zwischen den häufig umkämpften Festungen Frankenthal, Friedrichsburg, Philippsburg und Landau; erst 1650 zogen die letzten Soldaten ab und ließen Schulden, Hunger und Seuchen zurück.
1689 zerstörten französische Truppen die Stadt vollständig — im Pfälzischen Erbfolgekrieg, im Zuge der planmäßigen Entfestigung der Pfalz. Am 30. Januar 1689 hatte der französische General Joseph de Montclar die Befestigungsanlagen besichtigt; zwei Tage später begann der Abbruch, zu dem die Stadtbewohner gezwungen wurden. Binnen sechs Tagen sei die Stadt zu räumen, eröffnete der französische Kriegsintendant den beiden Bürgermeistern und den Ratsherren am Nachmittag des 23. Mai; am 27. Mai ließ Montclar dem bischöflichen Statthalter ausrichten, er habe Befehl, die Stadt mit allen Kirchen und Klöstern anzuzünden — allein die hohe Domkirche sei ausgenommen. In Brand gesetzt wurde sie am 31. Mai 1689; ein Gewittersturm in der Nacht zum 2. Juni fachte das Feuer so an, dass es bis in die schwer zugängliche Ostkuppel des Domes vordrang.
Der Vertrag von München machte Speyer 1816 zur Hauptstadt des Rheinkreises, den am 1. Januar 1838 der Regierungsbezirk Pfalz ablöste. Mit der Strecke aus Schifferstadt kam die Stadt 1847 an das deutsche Eisenbahnnetz; ab 1913 arbeiteten hier die Pfalz-Flugzeugwerke, die im Ersten Weltkrieg mehrere tausend Kampfflugzeuge ablieferten.
In der NS-Zeit wurde auch Speyer zum Tatort. In den Novemberpogromen brannte am 9. November 1938 die Synagoge in der Heydenreichstraße nieder und wurde kurz darauf abgerissen; mehr als 100 Juden aus der Stadt und der Umgebung, denen die Flucht nicht gelang, wurden ermordet. Vom Bahnhofsgebiet abgesehen, blieb die Stadt im Zweiten Weltkrieg von schweren Luftangriffsschäden verschont: 455 Wohnungen wurden zerstört, ein Zerstörungsgrad von 5,7 Prozent. Zur französischen Besatzungszone gehörte Speyer nach dem Krieg; am 6. Mai 1955 endete das Besatzungsregime, und 1990 beging die Stadt mit zahlreichen Feierlichkeiten ihr zweitausendjähriges Bestehen.
Kathedralkirche der römisch-katholischen Diözese Speyer ist der Dom, einer der drei romanischen Kaiserdome in Deutschland; 1061 wurde er geweiht, 1106 war ein umfassender Umbau abgeschlossen. Begonnen hatte Kaiser Konrad der Zweite ab 1030; das Ende erlebten weder er noch sein Sohn, geweiht wurde der Bau 1061 unter Konrads Enkel Heinrich dem Vierten. Knapp zwanzig Jahre danach ließ derselbe Heinrich den Dom zur Hälfte niederlegen und höher wieder aufführen: im Mittelschiff kam die Decke herunter und der Bau wuchs um fünf Meter, im Ostteil ging es bis auf die Fundamente hinab, die neu gegründet wurden und stellenweise acht Meter stark sind. Aus der ersten Bauphase stammt die Krypta; vermutlich 1041 geweiht, ist sie seither nahezu unverändert geblieben.

Als die Stadt zerstört wurde, drangen französische Soldaten in die Kirche und plünderten oben die Gräber der Kaiser und Könige; verschont blieben allein die tiefer liegenden Salier-Gräber — ausgenommen das Grab Heinrichs des Fünften. Von 1900 bis 1906 wurde im Dom gegraben: man öffnete die Königs- und Kaisergräber und brachte ihren Inhalt in eine neue, zugängliche Kaisergruft unter dem östlichen Langhausjoch. 1925 wurde er zur Basilica minor erhoben, seit 1981 steht er auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Im jüdischen Viertel der Vorstadt Altspeyer stand die erste Synagoge der Stadt; nach den schweren Übergriffen von 1096, bei denen der Bischof die Juden bei sich aufnahm, entstand dicht am Dom ein neues jüdisches Viertel, mit einer Synagoge aus der Hand der Dombauhütte und einer Mikwe des 12. Jahrhunderts, einem rituellen jüdischen Bad. Dem Pogrom von 1195 fiel die Synagoge in Altspeyer zum Opfer, und am 22. Januar 1349 vernichtete der bis dahin schwerste Pogrom die jüdische Gemeinde vollständig. Einige Jahre später kamen Überlebende zurück und begannen ab 1354 eine neue Gemeinde, die 1435 wieder aufgelöst wurde; spätestens 1529 war auch deren Nachfolgerin verschwunden.
Wo die Maximilianstraße — im Volksmund die Hauptstraße — am Domplatz beginnt, steht das Stadthaus; es nimmt das Areal ein, auf dem seit dem Mittelalter der Trutzpfaff stand, und beherbergt den Bürgermeister und die Stadtverwaltung. Historisch zählt auch das 1724 errichtete Rathaus, in dem der Stadtrat tagt; es liegt an der Maximilianstraße gegenüber dem früheren Marktplatz, auf dem heute der Weihnachtsmarkt steht.

Ebenfalls am alten Marktplatz steht die Alte Münze, 1784 als Neues Kaufhaus am Markt auf dem Platz der Münze gebaut; ihr 1689 zerstörter Vorgängerbau diente seit 1289 dem Rat als Versammlungsort und den Münzern als Sitz — jenen Privilegierten also, die Münzen herstellen durften. Das andere Ende der Maximilianstraße schließt der 55 m hohe Altpörtel ab, im Mittelalter das westliche Haupttor: seine unteren Teile entstanden zwischen 1230 und 1250, das oberste Geschoss mit Galerie und dem 20 m hohen Walmdach kam zwischen 1512 und 1514 hinzu, und nach dem großen Stadtbrand erhielt der Turm 1708 ein neues Schieferdach.
Der erste Reichstag zu Speyer hatte 1526 den Beschluss des Wormser Edikts teilweise zurückgenommen und seine Ausführung den Reichsständen überlassen: jeder Fürst möge in Glaubensdingen so verfahren, wie er es vor Kaiser und Gott verantworten könne. 1529, auf dem zweiten Reichstag zu Speyer, wollte Kaiser Karl der Fünfte die Beschlüsse von 1526 aufheben und so die religiöse Uneinigkeit zwischen katholischer Mehrheit und evangelischer Minderheit beenden; vertreten ließ er sich erneut durch seinen Bruder Ferdinand. Ferdinand verkündete in seiner Eröffnungsrede die Aufhebung des Reichsabschieds und stellte jede Verführung zu unrechtem Glauben unter die Drohung der Reichsacht.
Sechs Fürsten und die Bevollmächtigten von vierzehn Reichsstädten kamen am 19. April 1529 als Vertreter der evangelischen Minderheit zusammen: sie protestierten gegen die Reichsacht über Martin Luther und gegen die Ächtung seiner Schriften und seiner Lehre und verlangten, der evangelische Glaube müsse sich ungehindert ausbreiten dürfen. Man bedeutete ihnen, sie hätten sich dem Mehrheitsbeschluss zu beugen; daraufhin verließen sie den Saal, und Ferdinand weigerte sich, sie anzuhören. Am 20. April ließen die evangelischen Fürsten die Protestationsschrift überreichen; Ferdinand nahm sie nicht an, verlesen wurde sie deshalb nicht, doch als Druckschrift erreichte sie die Öffentlichkeit — verfasst hatte sie in der Hauptsache der kursächsische Rat Gregor Brück. Ein Instrumentum Appellationis setzten die Räte der evangelischen Fürsten und die Bevollmächtigten der vierzehn evangelischen Städte am 25. April auf; seit diesem Reichstag heißen die Anhänger der reformatorischen Bewegung Protestanten.
Zum Gedenken an diese Protestation entstand von 1893 bis 1904 die Gedächtniskirche der Protestation; gleich daneben steht die katholische Josephskirche, die als Antwort auf diesen Bau errichtet und 1914 eingeweiht wurde. Den Ehrentitel Reformationsstadt Europas, vergeben vom europäischen Verbund der evangelischen Kirchen, erhielt Speyer 2015.







Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH
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Erst in der Neuzeit entstand wieder eine jüdische Gemeinde. 1837 bekam die Gemeinde eine neue Synagoge, errichtet auf dem Platz der ehemaligen Jakobskirche; 1938 zerstörte sie die Reichspogromnacht, und das Gedenkbuch des Bundesarchivs führt 81 jüdische Einwohner Speyers namentlich auf, die deportiert und größtenteils ermordet wurden. 1996 gründete sich eine neue jüdische Gemeinde, 1998 und 1999 legte man die Ruine der mittelalterlichen Synagoge frei, und um Synagoge und Mikwe herum entstand der sogenannte Judenhof.





