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Remscheid hatte am 31.12.2025 113.333 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 40 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Remscheid
Remscheid nennt sich seit den 1880er Jahren die Seestadt auf dem Berge. Der Spitzname ist keine Übertreibung, sondern eine Ortsbeschreibung mit Ausrufezeichen: Die Stadt liegt 328 Meter hoch auf den Höhen des Bergischen Landes, im Innern eines großen Wupperbogens, und hat trotzdem ihre wichtigsten Kunden in Übersee. Wer hier Werkzeuge schmiedete, verkaufte sie über den Atlantik. Ende 2025 zählte die Stadt 113.333 Einwohner.
Von unten sieht man von alldem wenig. Man sieht Täler — das des Eschbachs, das des Morsbachs, das der Wupper — und Hänge, an denen sich Wohnbebauung entlangzieht. Die Stadt selbst ist ein Zusammenschluss von 1929, bei dem eine junge Industriestadt ihre ältere Nachbarin schluckte. Und das Bauwerk, an dem man die Gegend am ehesten wiedererkennt, ist keines aus Stein, sondern eines aus Stahl.
Die Eisenverarbeitung ist hier älter als die Stadt. Das Wappen zeigt unter dem bergischen Löwen eine silberne Sichel; sie steht für eine Eisenindustrie, die schon im Mittelalter im Ort ansässig war. Festgelegt wurde dieses Wappen am 18. Februar 1854 durch eine Kabinettsorder Friedrich Wilhelms IV. von Preußen, entworfen nach einem Gerichtssiegel von 1566.
Stadt wurde Remscheid spät. Unter napoleonischer Herrschaft lag der Ort ab 1806 im Kanton Ronsdorf, der zum Großherzogtum Kleve und Berg gehörte; das Stadtrecht kam erst 1808, als hier 6135 Menschen lebten und das Wachstum der Rhein-Ruhr-Region die Bevölkerung schon anschwellen ließ. Maschinenbau und Werkzeugproduktion sind seither die Hauptindustriezweige geblieben.
Das Wachstum war steil. 1875 hatte die Stadt 25.000 Einwohner; bis 1897 hatte sich diese Zahl auf 50.000 verdoppelt. Am 1. Januar 1888 schied Remscheid aus dem Kreis Lennep aus und wurde kreisfrei, 1893 bekam es eine Straßenbahn, die später bis Wermelskirchen und bis Burg an der Wupper fuhr.

Die Firmennamen dieser Branche sind meist Kurzformen von Personennamen. Die Werkzeugfabrik Hazet, 1868 gegründet, trägt die buchstabierten Initialen ihres Gründers Hermann Zerver. Gedore, 1919 von den Gebrüdern Dowidat gegründet, ist bis heute in Privatbesitz. Dazu kommen Dutzende kleinerer Hersteller — eine Struktur aus mittelgroßen Spezialisten, nicht aus einem Werk mit Zulieferern.
An diese Industrie erinnert heute bewusst ein Projekt mit sprechendem Namen: die Werkzeugtrasse, die die Geschichte der Werkzeugindustrie dokumentiert. 1998 bewarb sich Remscheid gemeinsam mit Wuppertal und Solingen um die Regionale 2006; 1999 vergab das Landeskabinett sie an das Bergische Städtedreieck. Eines der Projekte, die daraus entstanden, heißt Werkzeugtrasse. Dieselbe Geschichte zeigen im Stadtteil Hasten das Deutsche Werkzeugmuseum und der Steffenshammer im Morsbachtal, ein alter bergischer Wasserhammer aus dem Jahr 1746, der organisatorisch zum Historischen Zentrum gehört.
Am 27. März 1845 wurde in Lennep, damals eine eigenständige Stadt und erst seit 1929 ein Stadtbezirk Remscheids, Wilhelm Conrad Röntgen geboren. Sein Geburtshaus steht am Gänsemarkt 1 und gehört zu den Fachwerkbauten der Lenneper Altstadt.

Röntgen entdeckte 1895 in Würzburg die nach ihm benannten Strahlen und erhielt dafür 1901, bei der Vergabe der ersten Nobelpreise, den für Physik. Das ist Wissenschaftsgeschichte, die anderswo geschrieben wurde — aber die Stadt hat die Verbindung gepflegt und daraus etwas Eigenes gemacht.
Wenige Schritte vom Geburtshaus entfernt steht das Deutsche Röntgen-Museum, das Leben und Entdeckungen des Physikers zeigt. Dass ein Museum zu einem Menschen gehört, der seine Arbeit vollständig woanders getan hat, ist ungewöhnlich; in Remscheid funktioniert es, weil das Fachwerkhaus am Gänsemarkt und die Werkzeugstadt drumherum dieselbe Frage stellen, nämlich die nach der Präzision. Und seit 1951 verleiht der Oberbürgermeister jährlich die Röntgen-Plakette, gestiftet zum Gedenken an die Nobelpreisehrung. Ein Gymnasium der Stadt trägt ebenfalls seinen Namen, ebenso eine Straße am Stadtgarten.

Seit dem 1. August 1929 gehören mehrere sehr verschiedene Städte zu diesem Namen: Damals wurden Remscheid, Lennep und Lüttringhausen zu einer neuen kreisfreien Stadt vereinigt, die mit über 100.000 Einwohnern Großstadt wurde. Lennep war eine ummauerte Handelsstadt mit Marktrecht, deren Fachwerkgassen die Angriffe überstanden; das alte Remscheid war eine Ansammlung von Hammerwerken, die in einem Menschenalter zur Großstadt wurde.
Das auffälligste Bauwerk der Gegend überspannt ein Tal, das die Stadt von Solingen trennt. Die Müngstener Brücke wurde am 21. März 1897 dem Verkehr übergeben und trägt die Bahnstrecke 107 Meter über der Wupper. Sie ist eine reine Stahlkonstruktion, und ihr Bogen ist von den Hängen beider Städte aus zu sehen. In der Nähe steht der Diederichstempel Müngsten, ein kleineres Denkmal derselben Zeit; die Napoleonsbrücke im Morsbachtal ist deutlich älter.

Der Gegenpol dazu liegt im Osten. Lennep hatte schon 1230 das Stadtrecht erhalten und wurde damals befestigt; in den folgenden Jahrhunderten wurde es eine Handelsstadt, trat der Hanse bei und war eine Zeit lang wichtiger als das benachbarte Remscheid. Nach dem Übergang an Preußen 1815 wurde es Sitz des gleichnamigen Landkreises. Heute haben Lennep und Lüttringhausen gut erhaltene Altstädte mit bergischen Fachwerkhäusern — die Teile Remscheids, in denen sich das Mittelalter noch ablesen lässt.
Zur Bautradition dieser Höhenstadt gehören außerdem die Wassertürme. Der Lüttringhauser Wasserturm und der Wasserturm Remscheid stehen unter Denkmalschutz, dazu zwei weitere in Hasten und Reinshagen. Sie sind die technische Antwort auf ein topografisches Problem: Wer auf 328 Metern siedelt, muss das Wasser hinaufbringen und oben halten. Aus demselben Grund staut die Stadt ihre Bäche; die Eschbachtalsperre gehört zu diesen Anlagen.
Der Bestand ist dünner, als er sein müsste. In der Nacht vom 30. auf den 31. Juli 1943 zerstörte ein Luftangriff der Royal Air Force weite Teile der Stadt: mehr als tausend Tote, etwa 40.000 Menschen ohne Wohnung, über sechstausend Verletzte. Lenneps Neustadt wurde am 10. März 1945 zu 80 Prozent zerstört. Was danach entstand, ist überwiegend Wiederaufbau.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
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