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Wuppertal hatte am 31.12.2025 357.243 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 45 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Wuppertal
Wuppertal hat keine Mitte, es hat eine Achse. Durch das enge, in Ost-West-Richtung verlaufende Tal ziehen sich Bundesstraße, Hauptbahnlinie, Fluss und Schwebebahn nebeneinander her, und entlang dieser Achse reihen sich auf rund fünfzehn Kilometern alle wichtigen Funktionen der Stadt auf. Ein solches Agglomerationsband hat im deutschen Raum keine Parallele. Wer in Wuppertal wohnt, wohnt an einem bestimmten Kilometer.

Das hat einen Grund, der genau datiert ist: Diese Stadt wurde 1929 aus fünf eigenständigen Kommunen zusammengesetzt, und ihren heutigen Namen bekam sie erst im Jahr darauf. Davor gab es Barmen und Elberfeld, zwei Großstädte, die einander nicht sonderlich mochten, dazu Ronsdorf, Cronenberg und Vohwinkel. Zusammengehalten wurden sie vom Tal — und von einer gemeinsamen Industriegeschichte, die früher begann als fast überall sonst in Deutschland. Ende 2025 zählte Wuppertal 357.243 Einwohner.

Erste urkundliche Erwähnungen von Siedlungen im heutigen Stadtgebiet stammen aus dem mittleren 11. Jahrhundert. Über Jahrhunderte gehörte das Tal zu verschiedenen Herrschaften; entscheidend wurde erst das 19. Jahrhundert, als die Region zu einem Zentrum der deutschen und europäischen Frühindustrialisierung aufstieg. Den Anfang machte die Textilindustrie, die ab Beginn des 19. Jahrhunderts durchweg mechanisiert arbeitete. Um die Textilbetriebe herum wuchsen andere Branchen. Die chemische Industrie entstand zunächst aus der Entwicklung von Textilfarbstoffen; dazu kamen Maschinenbau für Textilmaschinen und Elektrotechnik. Die Werkzeugindustrie, deren Tradition bis ins Spätmittelalter zurückreicht, siedelte sich vor allem im heutigen Stadtteil Cronenberg an. Elberfeld wurde zugleich ein Handelszentrum, das lokale Erzeugnisse — die sogenannten Barmer Artikel — weltweit vermarktete.
Zwei Firmengeschichten haben hier ihren Anfang. Am 1. August 1863 gründeten Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott in Barmen das Unternehmen Bayer, das bis heute im Elberfelder Stammwerk produziert. Und als Barmer Teppichfabrik Vorwerk & Co begann in Barmen die Geschichte von Vorwerk. Auch die Klavierfabrik Ibach hatte hier ihren Sitz, und die Bandfabrik Wilhelm Büsgen steht bis heute als Denkmal.
Der Preis dieses Aufstiegs lässt sich beziffern. Zwischen 1830 und 1885 vervierfachte sich die Einwohnerschaft; Barmen und Elberfeld wurden jeweils Großstädte. Weil die Industrialisierung so sprunghaft verlief, traten die sozialen Probleme des Pauperismus hier zuerst auf — in dem, was man in Anlehnung an die britische Industriestadt das deutsche Manchester nannte. In Elberfeld entstanden Elendsviertel wie An der Fuhr.
Wie sehr das Kleineisenhandwerk und die Textilproduktion die Stadt noch um 1900 trugen, zeigt ein Bauwerk: Der Wachstumsschub jener Jahre machte den Bau der Schwebebahn möglich. Den Ersten Weltkrieg überdauerte dieser Wachstumsschub nicht; die Schwebebahn dagegen fährt bis heute. Was von dieser Epoche geblieben ist, zeigen heute vier Museumsorte — das Museum für Frühindustrialisierung, das benachbarte Engels-Haus, das Bandwebermuseum in Oberbarmen mit noch laufenden Jacquard-Webstühlen und der Manuelskotten im Kaltenbachtal, eine wasserbetriebene Schleiferei.
Aus diesen Industriestädten wurde schließlich eine. Die Stadt von heute entstand am 1. August 1929, durch Vereinigung der kreisfreien Städte Elberfeld und Barmen mit Ronsdorf, Cronenberg und Vohwinkel. Zusammen brachten sie es auf 415.000 Einwohner; die Volkszählung vom 16. Juni 1925 hatte Barmen mit 187.239, Elberfeld mit 167.025, Vohwinkel mit 16.105, Cronenberg mit 14.039 und Ronsdorf mit 12.526 Einwohnern ausgewiesen. Der Name Wuppertal kam erst am 25. Januar 1930 zustande, nach langer Diskussion über Vorschläge von Barmen-Elberfeld bis Großwupp. Ihren Höchststand erreichte die Bevölkerung 1963 mit 423.453 Menschen.
Aus diesem Tal kamen mehrfach Antworten auf die großen Konflikte ihrer Zeit, und einige haben weit über Wuppertal hinaus gewirkt.
Auf das Elend der Frühindustrialisierung gab es hier zwei Antworten. Die eine war bürgerlich und praktisch. Gegen die sozialen Verwerfungen organisierte sich in Elberfeld ein Armenfürsorgesystem, das als Elberfelder System bekannt wurde und in vielen deutschen Städten übernommen wurde. Die andere Antwort war theoretisch und radikal: Aus demselben Milieu stammte der Barmer Textilfabrikantensohn Friedrich Engels, der die Zustände aus erster Hand kannte und mit Karl Marx die Gesellschafts- und Wirtschaftstheorie entwickelte, die als Marxismus bezeichnet wird. Das Engels-Haus, ein 1775 erbautes bürgerliches Wohnhaus der Familie, steht bis heute in Barmen und beherbergt eine Ausstellung zu seinem Leben und Werk.
Wie stark die Arbeiterbewegung hier war und wie schnell sie zerbrechen konnte, zeigt ein Streik. Mitte Januar 1924 legten Textil-, Metall- und Bauarbeiter die Arbeit nieder, bald darauf Gemeinde- und Staatsarbeiter, Transportarbeiter, das Personal von Straßen- und Schwebebahn. Mindestens 50.000 Menschen streikten fünf Wochen lang gegen die geplante Verlängerung des Arbeitstages von acht auf zehn Stunden. Sie setzten sich nicht durch; eine Zwangsschlichtung wurde verbindlich, Tausende wanderten ab, und die Gewerkschaften verloren große Teile ihrer Mitglieder.
Eine Antwort ganz anderer Art kam aus einer Kirche. Vom 29. bis zum 31. Mai 1934 tagte in der Gemarker Kirche in Barmen die Bekenntnissynode der Bekennenden Kirche, besucht von lutherischen, reformierten und unierten Abgeordneten. Dort entstand die Barmer Theologische Erklärung, die als eine der Bekenntnisgrundlagen der evangelischen Kirche und als theologisches Fundament im Widerspruch zum Nationalsozialismus gilt. Die Alte Gemarker Kirche steht noch.

Seit 1901 fährt in Wuppertal eine Bahn, die nicht auf Schienen steht, sondern an ihnen hängt. Ihre Strecke ist über 13 Kilometer lang, und der größere Teil davon verläuft über der Wupper. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt, so sehr, dass man Wuppertal umgangssprachlich Schwebebahnstadt nennt und das Stadtlogo ihre Form aufnimmt: ein Bogen, der zugleich das W des Flussnamens bildet.
Dass sie noch fährt, war keineswegs sicher. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs gab es Überlegungen, das schwer beschädigte Gerüst abzureißen; sie wurden schnell verworfen. Die Innenstädte von Barmen und Elberfeld dagegen wurden nach den Bauplanungen der 1950er Jahre neu angelegt — schnell errichtete, schnörkellose Baukörper und breite Straßenschneisen für den wachsenden Autoverkehr. Das Schwebebahngerüst ist damit älter als fast alles, was darunter steht.
Die großen Höhenunterschiede zwischen Talsohle und Hängen geben an vielen Stellen den Blick über die ganze Stadt frei — und sie sind der Grund, warum die gründerzeitlichen Villenviertel Brill, Zoo und Toelleturm so nah an den Zentren liegen und trotzdem so anders wirken.
Kulturell zehrt Wuppertal bis heute von den Stiftungen der Industriellenfamilien und von einer Handvoll Institutionen mit weitem Ruf. Dazu gehören das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, das Von der Heydt-Museum für bildende Kunst, der Zoologische Garten, die Historische Stadthalle, das Sinfonieorchester, der Skulpturenpark Waldfrieden und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Die Barmer Ruhmeshalle und das Alte Elberfelder Rathaus erinnern daran, dass hier zwei Städte einmal jeweils eigene Repräsentationsbauten brauchten.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_IND
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