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Schweinfurt hatte am 31.12.2025 54.539 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 52 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Schweinfurt
Schweinfurt liegt am Main, der hier bis zu 170 Meter breit ist und mit einem Schleusenkanal und früheren Nebenarmen einen bis zu 800 Meter breiten Gewässerkomplex bildet. Die Stadt sitzt auf 226 m und umfasst 35,7 Quadratkilometer. Der Name geht auf eine seichte Furt zurück, die man allerdings nicht an der heutigen Altstadt, sondern an der Stadtwüstung Altstadt vermutet. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 54.539 Einwohner.
Erstmals urkundlich erwähnt wird Schweinfurt 791 im Codex Edelini des Klosters Weißenburg, und die Anfänge der dörflichen Siedlung reichen bis ins Jahr 650 zurück. Die Markgrafen von Schweinfurt bauten ihre Stammburg auf der Peterstirn oberhalb des Mains, und 941 wird Berthold als erstes Glied der Markgrafen genannt. Zum Lohn für seine Waffenhilfe erhielt Berthold von König Otto die Markgrafschaft des Nordgaus, etwa die heutige Oberpfalz, und die Grafschaften im Volkfeld- und im Radenzgau. Berthold folgte sein Sohn Hezilo, dem König Heinrich der Zweite für die Unterstützung bei der Königswahl die Herzogswürde von Baiern zusagte; da das Versprechen nicht eingelöst wurde, kam es 1003 zur Schweinfurter Fehde.
Zwischen 1240 und 1250 wurde die Stadt im Streit zwischen den Hennebergern und dem Bischof von Würzburg zerstört, was als Erstes Stadtverderben gilt. Ein Brief König Wilhelms vom 9. Januar 1254 nennt Schweinfurt eine frühere Reichsstadt und gilt als urkundlicher Nachweis der Reichsstadt. Im Jahr 1282 bestätigte Rudolf von Habsburg die Reichsstadt, doch 1309 verpfändete König Heinrich der Siebte sie an den Grafen von Henneberg, der 1310 im Zürch die Hennebergische Reichsburg errichten ließ. Eine Hälfte der Pfandschuld löste die Stadt 1361/62 selbst ein, die zweite 1385/86, und sie war wieder reichsunmittelbar. Im Jahr 1542 schloss sich Schweinfurt der Reformation an, und 1609 trat es der Protestantischen Union bei. Im Zweiten Markgrafenkrieg besetzte Markgraf Albrecht Alcibiades die Stadt 1553, und ein Jahr später ging sie geplündert in Flammen auf, das Zweite Stadtverderben. Der Wiederaufbau zog sich danach bis 1615 hin.
Im Dreißigjährigen Krieg öffnete die Reichsstadt 1631 dem schwedischen König Gustav Adolf ihre Tore, und nach dem Ende der schwedischen Zwischenregierung 1634 besetzten kaiserliche Truppen die Stadt für über zwölf Jahre. Der König wollte hier eine vom katholischen Dogmatismus freie Universität gründen und schenkte der Stadt dafür 1632 achtzehn Orte, die er dem Hochstift Würzburg abgenommen hatte. Das Vorhaben scheiterte an seinem Tod bei Lützen und am Ende der schwedischen Herrschaft 1634, und die Orte mussten zurückgegeben werden. Erst 1802 kam Schweinfurt durch den Reichsdeputationshauptschluss an Bayern und verlor seine Reichsfreiheit sowie die Hälfte seines Territoriums. Endgültig fiel die Stadt 1814 durch den Wiener Kongress an das Königreich Bayern.
Vier Ärzte riefen 1652 in Schweinfurt die Academia Naturae Curiosorum ins Leben, aus der die Leopoldina wurde. Nach Kaiser Leopold benannt, sitzt sie seit 1878 in Halle an der Saale, und 2008 wurde sie zur Nationalen Akademie der Wissenschaften erhoben. Das Gymnasium Gustavianum wurde 1632 gegründet. Aus der Lateinschule gingen Humanisten hervor, etwa Konrad Celtis, der 1493 zum Dichter gekrönt wurde. Friedrich Rückert wurde in Schweinfurt geboren; auf dem Markt vor dem Alten Rathaus steht sein Denkmal. Zwei Museen machen die Stadt heute zu einem Kunstort: Die Kunsthalle Schweinfurt öffnete 2009, und das Museum Georg Schäfer zeigt eine große Privatsammlung deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts mit zahlreichen Werken Carl Spitzwegs.

In dieser Linie von Gelehrtenakademie und Lateinschule steht heute die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt, die 1971 eröffnet wurde.

Die Industrialisierung begann 1770 mit einer Bleiweißmühle, die 1780 zur Bleiweißfabrik ausgebaut wurde. Eine Bahnlinie erreichte die Stadt 1852, und 1874 wurde der Hauptbahnhof im damals selbständigen Oberndorf als Centralbahnhof errichtet. Leonhard Tietz eröffnete 1884 in der Spitalstraße seine zweite Filiale, einen Vorläufer der Kaufhof-Kette. Die Pferdebahn verband von 1895 bis 1921 den Hauptbahnhof mit dem Zentrum. Um 1900 wurden in Schweinfurt die modernen Fahrrad-Komponenten erfunden. Ein Kartell unter Führung von SKF, Ernst Sachs und Georg Schäfer ordnete 1929 die deutsche Wälzlagerindustrie neu, und für den Standort erwies sich das als Weichenstellung. Bis 1939 stieg die Zahl der Beschäftigten in den metallverarbeitenden Betrieben auf 20.700.

Um 1992 geriet die Stadt in eine schwere Krise, die bis 1994 dauerte, 15.000 Stellen kostete und die Arbeitslosenquote auf 19,8 Prozent trieb. Als Antwort entstand der Industrie- und Gewerbepark Maintal, in dem 8.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Im Jahr 2017 waren in der Stadt 52.898 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, fast so viele, wie Schweinfurt Einwohner hat. Die Einpendlerquote lag 2018 bei 76,2 Prozent. 2024 lag die Arbeitslosigkeit in der Region bei 3,5 Prozent.
Bei der Ermordung Kurt Eisners im Februar 1919 entging sein Mitarbeiter Benno Merkle, der spätere Oberbürgermeister, knapp den Schüssen. Nach der Ausrufung der Münchner Räterepublik im April 1919 kam es in der Stadt zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen mit einigen Toten. Beim zweiten Besuch Hitlers 1932 versammelten sich bloß etwa 9000 Menschen, in Coburg hatten ihn zuvor über 70.000 gehört. Die Wälzlagerindustrie war eine Schlüsselindustrie für Panzer- und Flugzeugbau. In 22 Luftangriffen wurde die Stadt zu 40 Prozent und das Industriegebiet zu 80 Prozent zerstört, was als Drittes Stadtverderben gilt.
Beim Angriff am 17. August 1943 flogen die amerikanischen Bomber weit von den Britischen Inseln entfernt und erlitten große Verluste. Beim zweiten Großangriff am 14. Oktober 1943 kamen unter den Besatzungen der Bomber 600 Menschen ums Leben. Am 11. April 1945 marschierten US-Truppen ein, und Oberbürgermeister Ludwig Pösl organisierte keinen Widerstand.
Im Jahr 2014 wurde die US-Heeresgarnison aufgelöst. Auf dem früheren US-Gelände entstand der Campus Ledward, und aus der Siedlung Askren Manor wurde der Stadtteil Bellevue.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_IND
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