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Schwerin hatte am 31.12.2025 97.922 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 39 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Schwerin
Das Bild der Stadt bestimmt die Schlossinsel mit der einstigen Hauptresidenz der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin. Als Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns liegt Schwerin im Westen des Landes, am Südwestufer des Schweriner Sees und mitten in einer waldreichen Seenlandschaft; zwölf Seen zählt das Stadtgebiet insgesamt. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 97.922 Einwohner.

Bei Thietmar von Merseburg taucht der Ort um 1012 als Zuarina auf, bei Helmold von Bosau 1160 als Zuerin und Zwerin; vom 15. Jahrhundert an hieß er Swerin, vom 16. Jahrhundert an Suerin oder amtlich Schwerin. Zurückgehen dürfte der Name auf das polabische zvěŕ, also wildes Tier, oder auf zvěŕin, das ein Wildgehege, einen Tiergarten oder ein Pferdegestüt meint; die Herleitung vom slawischen Gott Svarog lässt sich dagegen nicht belegen. Slawen ließen sich nach dem Jahr 700 in der Gegend nieder, und dass auf der Schlossinsel ein slawischer Burgwall stand, belegen Grabungsfunde, deren Hölzer dendrochronologisch auf 941/942 datiert wurden. Vor einem Angriff der Lutizen flüchtete sich 1018 der christliche Abodritenfürst Mistislaw in die hiesige Burg, die er kurz darauf gleichwohl räumen musste. Damit das anrückende sächsische Heer unter Heinrich dem Löwen die Burg auf der Schlossinsel nicht in die Hände bekäme, steckte der Abodritenfürst Niklot sie 1160 selbst in Brand; nach dem Sieg über Niklot ließ der Sachsenherzog sie als Außenposten im Abodritenland wiedererrichten, weshalb 1160 herkömmlich als deutsches Gründungsjahr gilt, obwohl die Stadtrechte wohl erst 1164 verliehen wurden. Sitz der gleichnamigen Grafschaft wurde der Ort 1167, und im selben Jahr zog der Zisterziensermönch Berno mit seinem Bischofssitz hierher; von hier aus nahm nach der Weihe des von Heinrich gestifteten ersten Doms um 1171 die Christianisierung des späteren Mecklenburgs ihren Ausgang, bei rund 500 Einwohnern, von denen jeder Fünfte ein Geistlicher war.
Erstmals 1228 erwähnt ist ein Stadtrat aus sechs Ratsherren und dem Bürgermeister; 1270 begann der Bau eines zweiten Doms, finanziert aus dem, was Pilger einbrachten, die zu einem in Jaspis gefassten heiligen Blutstropfen kamen — Graf Heinrich von Schwerin hatte ihn 1222 von einer Pilgerfahrt heimgebracht und den Domherren geschenkt. 1340 stand an der Stelle der hölzernen Befestigung eine massive Mauer; das Rathaus erscheint 1351 zum ersten Mal in den Quellen — dreimal brannte es nieder und wurde stets am selben Ort wieder aufgebaut —, und die Mauer bewährte sich erstmals, als Herzog Albrecht der Zweite die Stadt 1358 monatelang einschloss. Als die Familie Gunzelin ausstarb, fiel die Grafschaft 1358 an das Herzogtum Mecklenburg; Albrecht kaufte die Stadt für 20.000 Mark Silber — beglichen hat er die Summe nie ganz — und erhob sie zu seiner Residenz.
Weite Teile der Stadt fielen den Feuern von 1531 und 1558 zum Opfer, 1651 brannte erneut vieles nieder, und das Rathaus war 1654 wieder aufgebaut. Im protestantischen Mecklenburg standen zwischen 1560 und 1700 etwa 4000 Menschen unter dem Vorwurf der Hexerei vor Gericht, und ungefähr jede zweite Anklage endete mit einer Hinrichtung; auch hier kam es in diesen Jahrzehnten immer wieder zu solchen Verfahren, verhört wurde im Rathaus am Markt, im Schloss und beim Scharfrichter in der Burgstraße. Überliefert sind aus den Jahren von 1564 bis 1770 genau 103 solcher Prozesse. Am 18. April 2016 beschloss die Stadtvertretung, die Opfer der Hexenverfolgung zu rehabilitieren und nahe dem Rathaus eine Gedenktafel anzubringen.
Auf der Schlossinsel steht mit dem Schweriner Schloss die einstige Hauptresidenz der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin: Herzog Johann Albrecht ließ die Fünfflügelanlage ab 1560 von Johann Baptista Parr im Renaissancestil beginnen, vollendet wurde sie 1857 unter Großherzog Friedrich Franz dem Zweiten von Georg Adolph Demmler und Friedrich August Stüler in Neurenaissance. Die runde Gestalt verdankt der Bau dem Wall einer slawischen Burg, die um 941/942 an dieser Stelle entstand: über einem massiven Holzrost wuchs ein Ringwall von etwa 45 m Ausdehnung, der schon nach zwanzig Jahren morsch war und nach innen wegkippte — auf den zusammengesackten Resten errichtete man einen neuen, kräftigeren Wall. Im Innenhof stießen Grabungen 2014 auf Überreste dieses ersten Burgbaus, und die geprüften Hölzer ließen sich den Jahren 962, 964, 965 und 974 zuordnen.
Von 1756 bis 1765 brachte Herzog Friedrich die Residenz nach Ludwigslust, wo sie bis 1837 blieb; als Großherzog Paul Friedrich sie 1837 zurückholte, war der bauliche Zustand des Schlosses so schlecht, dass man sich zu einem grundlegenden Neubau entschloss. Vom Abrissbeginn 1843 bis zum Jahresanfang 1851 lag die Bauleitung samt neuer Schlossbrücke bei Demmler, der in diesen Jahren eine Unfall- und Krankenkasse ins Leben rief, um die Not der vielen Arbeiter auf der Baustelle zu lindern. Als Demmler 1851 aus dem mecklenburgischen Staatsdienst entlassen wurde, trat der Berliner Baumeister Friedrich August Stüler an seine Stelle; er griff an der stadtseitigen Front entscheidend in den Entwurf ein und ersetzte die vorgesehene Laterne durch eine monumentale Prunkkuppel, die seit 1857 eine Plastik des Erzengels Michael krönt.
Feierlich eingeweiht wurde das Schloss am 26. Mai 1857; ein Feuer ungeklärter Herkunft vernichtete dann in der Nacht zum 15. Dezember 1913 etwa ein Drittel des Baus — bis auf die Grundmauern brannte der Burgseeflügel nieder, und der Goldene Saal ging gänzlich verloren. Der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns tagt seit 1990 im Schloss, und zu den Teilen, die alle Umbauten überdauert haben, zählt die Schlosskirche von 1560.
Umfangreiche Bauvorhaben veränderten im 19. Jahrhundert das Gesicht der Stadt: der mittelalterliche Charakter ging verloren, überflüssig gewordene Befestigungen fielen, und von 1824 bis 1834 entstanden ein neuer Regierungssitz in der Schloßstraße sowie weitere Gebäude. Bis 1836 machte Hofbaurat Georg Adolf Demmler aus dem städtischen Rathaus einen repräsentativen Bau; hinzu kamen das Schauspielhaus am Alten Garten und der Marstall auf der Marstallhalbinsel, und auch das Arsenal am Pfaffenteich von 1844 folgt einem Entwurf Demmlers. Über eine Strecke nach Hagenow bekam die Stadt 1847 Anschluss an die Bahnlinie Berlin–Hamburg, 1904 entstand am Nordufer des Pfaffenteiches das Elektrizitätswerk, und ab 1908 fuhr eine elektrische Straßenbahn.
Neben dem Schweriner See liegen im Stadtgebiet der Ziegelsee, der Pfaffenteich, der Ostorfer See, der Neumühler See, der Medeweger See, der Lankower See, die Große Karausche, der Heidensee, der Grimkesee, der Faule See und der Burgsee; an Fließgewässern gibt es den Aubach, der über eine Kette von Seen den Schweriner See speist, den Krebsbach und die Stör, den zur Wasserstraße ausgebauten natürlichen Abfluss. Wasser nimmt 28,9 Prozent der Stadtfläche ein, Wald 18,5 Prozent; gern nennen die Einwohner ihre Stadt die Stadt der sieben Seen und Wälder — als dieser Name aufkam, lagen tatsächlich nur sieben Seen um sie herum.
Nördlich einer Eisrandlage der Weichseleiszeit gelegen, verdankt die Stadt ihr Relief den verschiedenen Phasen und Staffeln des Brandenburger Stadiums jener Vereisung: im Westteil ziehen sich kuppige Grund- und Endmoränen hin, im Süden und Osten schließt ein Sanderbereich an. Etliche Seen — der Lankower und der Neumühler etwa — gehen auf Schmelzwasserrinnen zurück, die sich nach dem Abtauen des Eises dauerhaft füllten. In einer vorpleistozänen Senke zwischen Wismar und der Lewitz ruht der Schweriner See; seine Form als Zungenbecken erhielt er in der Frankfurter Phase der Weichseleiszeit, und spätere Vereisungen ließen Moränenmaterial zurück, etwa dort, wo heute der Paulsdamm Innen- und Außensee trennt.
Quer durch den Schweriner See wurde 1842 der Paulsdamm geschüttet, und 1852 nahm das erste Dampfschiff die Fahrt von Zippendorf zur Insel Kaninchenwerder auf. Der Schlossumbau des 19. Jahrhunderts brachte repräsentative Gartenanlagen mit sich: auf der Schlossinsel selbst den kleineren Burggarten, daneben den weiter ausgreifenden Schlossgarten, der vom Schweriner See und vom Burgsee im Norden bis zum Faulen See im Süden reicht und den einst Peter Joseph Lenné als englischen Landschaftspark entwarf. Die Bundesgartenschau des Jahres 2009 zog 1,86 Millionen Besucher an; der Burggarten wurde bei dieser Gelegenheit so wiederhergestellt, wie er 1857 ausgesehen hat.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Jüdische Geschäfte und die seit 1773 bestehende Synagoge am Schlachtermarkt zerstörten Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938; Juden wurden im Juli und November 1942 sowie ein letztes Mal im November 1944 aus der Stadt deportiert. Vor allem die Gründerzeit-Mietshäuser der Feldstadt traf der letzte und schwerste Luftangriff am 7. April 1945; am 2. Mai 1945 rückten amerikanische Truppen kampflos ein.

Zur ersten Montagsdemonstration fanden sich am 23. Oktober 1989 50.000 Menschen am Dom und auf dem Alten Garten ein, und mit der Wiedervereinigung ging am 27. Oktober 1990 der Rang der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns an die Stadt.


Zum Residenzensemble Schwerin gehören neben dem Schloss 37 weitere Gebäude jenseits der Schlossinsel; seit dem 27. Juli 2024 steht das Ganze auf der Welterbeliste der UNESCO. Gestützt war der Antrag auf die Kriterien drei und vier; gewachsen ist das Ensemble Stück für Stück, von ersten Bauten des 18. Jahrhunderts bis zu der regen Bautätigkeit, die im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt fand. Angestoßen hatte den Weg dorthin im Jahr 2000 ein Verein, der sich für die Aufnahme in die Welterbeliste einsetzte.






