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Waltrop hatte am 31.12.2025 29.125 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 49 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Waltrop
Waltrop liegt im nördlichen Ruhrgebiet, nordwestlich von Dortmund, zwischen der Kernzone des Reviers und dem ländlichen Münsterland. Ende 2025 zählte die Stadt 29.125 Einwohner; im Süden und Norden begrenzen sie Kanäle und die Lippe.
Dörflich geprägt war Waltrop lange: Sieben Bauerschaften und ein Kirchdorf bildeten über Jahrhunderte die Ortsstruktur, bis die Zeche kam.
Im Kreis Recklinghausen, der aus dem alten Vest Recklinghausen hervorging, gehört Waltrop zu dessen östlichem Teil, dem Ostvest, zusammen mit Datteln und Oer-Erkenschwick, und bleibt im Vergleich zu Herten, Marl und Recklinghausen die ländlichere Stadt.
Auf dem heutigen Stadtgebiet bildeten sich sieben Bauerschaften. Für 1561 liegt eine Zählung der Höfe vor: 129 Höfe, was auf ungefähr 1000 bis 1300 Einwohner schließen lässt.
Um die Kirche des Erzbischofs von Köln entstand ein Dorf. Die Kirche kam im Jahr 1032 als Schenkung an die Abtei Deutz; am 13. Juli 1147 bestätigte Papst Eugen III. die Schenkung in einer Bulle, in der zum ersten Mal der Name Waltrop urkundlich erscheint. Eine „Freiheit Waltrop“ mit eigener Verwaltung und Gerichtsbarkeit wird 1428 erstmals urkundlich erwähnt. Aus dieser Zeit stammt auch das Zeichen der Stadt. Der Reichsadler im Stadtwappen geht auf das Siegel des alten Reichshofes Elmenhorst zurück, der 1292 erstmals urkundlich erwähnt wurde und bis 1806 bestand.
Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 hinterließ ein verwüstetes, verödetes und verarmtes Waltrop. Noch 1840 zählte das Kirchspiel 2966 Einwohner, und die Gewerbestatistik nennt viele Leineweber, aber keine Fabriken. Auch rechtlich blieb Waltrop lange ein Dorf. Am 30. Januar 1939 erhielt Waltrop die Stadtrechte. Am 1. Januar 1975 wurde das seit 1844 bestehende Amt Waltrop aufgelöst, und Waltrop wurde amtsfrei.
Die große Veränderung kam mit dem 20. Jahrhundert: 1903 begann der preußische Staat mit der Abteufung der Zeche Waltrop. Ein Wassereinbruch im Februar 1909 unterbrach die Förderung bis Ende 1912. 1957 arbeiteten 2817 Menschen auf der Zeche, und am 29. Juni 1979 wurde zum letzten Mal Kohle gefördert.
Zur Geschichte der Zeche gehört auch die NS-Zeit. Im Zweiten Weltkrieg wurden durchschnittlich 700 ausländische Zwangsarbeiter auf der Zeche eingesetzt. Von 1943 bis 1945 bestand in Waltrop-Holthausen außerdem ein zentrales Entbindungslager für Zwangsarbeiterinnen: Schwangere Ostarbeiterinnen aus ganz Westfalen wurden dorthin gebracht und bis zum fünften Monat zur Abtreibung gezwungen. Viele der 1273 im Lager geborenen Kinder starben kurz nach der Geburt. Daran erinnern heute ein Mahnmal in Holthausen, eine Gedenktafel auf dem Friedhof und Stolpersteine in der Fußgängerzone.
Nach der Stilllegung wurde das Gelände neu genutzt. 1984 verkaufte die Ruhrkohle AG die Zechenfläche an die Landesentwicklungsgesellschaft, damit daraus ein Gewerbegebiet werden konnte.
Auf dem Zechengelände haben heute der Sitz und eines der Warenhäuser von Manufactum und die Fahrradmanufaktur Hase ihren Platz.

Die zweite Linie der Waltroper Industriegeschichte verläuft am Kanal. Das Schiffshebewerk Henrichenburg von 1899 ist als Museum zugänglich. Es gehört zum LWL-Industriemuseum und ist Teil des Schleusenparks Waltrop, zu dem auch das neue Hebewerk und die Schleusen zählen.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: RIK
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