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Worms hatte am 31.12.2025 86.921 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 44 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Worms
Am linken Rheinufer, im Südosten von Rheinland-Pfalz, liegt die kreisfreie Stadt Worms — in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen Mainz und Ludwigshafen; im Norden des Stadtgebiets mündet die Pfrimm in den Rhein. Die amtliche Ortshöhe beträgt 93 m, die Stadtfläche 108,73 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 86.921 Einwohner.
Ackerbauern und Viehzüchter besiedelten das Stadtgebiet zum ersten Mal in der Jungsteinzeit, etwa um 5000 vor Christus. Borbetomagus, die früheste überlieferte Form des Ortsnamens, stammt aus dem Keltischen und geht auf ein Wort für Wasser oder Quelle zurück; die latinisierte Endung magus bewahrt das keltische Wort für Feld. Zum Hauptort des halbautonomen Verwaltungsbezirks Civitas Vangionum wurde das spätere Worms; benannt war der Bezirk nach den Vangionen, einem Stamm, der hier seit dem ersten nachchristlichen Jahrhundert saß. Daraus leitet sich der Name Wangengau für die Umgebung ab, den der Volksmund zum verständlicheren Wonnegau machte. Zum römischen Herrschaftsgebiet zählten Stadt und Umland seit augusteischer Zeit; vom Beginn des ersten Jahrhunderts nach Christus bis etwa 85 nach Christus stand hier ein römischer Militärstützpunkt, und die dazugehörige Zivilsiedlung Borbetomagus wurde Hauptort der Civitas und bildete städtische Strukturen aus. Mit Bischof Berchtulf, der 614 an der Pariser Synode teilnahm, beginnt in fränkischer Zeit die gesicherte Wormser Bischofsliste.
Mit den Saliern begann der Aufstieg der Stadt. Im Winter 1073 auf 1074, nach dem anfänglichen Desaster des Sachsenkriegs, hielt sie zu König Heinrich dem Vierten, jagte Bischof Adalbert davon und öffnete dem König ihre Mauern; der dankte es ihr am 18. Januar 1074 mit Zollfreiheit für eine Reihe von Orten im Reich. 1076 tagte hier ein Hoftag, auf dem Heinrich der Vierte Papst Gregor den Siebten für abgesetzt erklärte; postwendend traf ihn der Kirchenbann, und eine der Folgen war der Gang nach Canossa. Umfangreiche Freiheitsrechte gewährte Kaiser Friedrich Barbarossa der Stadt 1184 — der Beginn der Reichsstadt —, und 1489 entschied Kaiser Friedrich der Dritte, dass sie dem Bischof keinen Huldigungseid mehr schulde. Als Siegel taucht 1198 das früheste erhaltene städtische Wappen auf, eine Folge der Freiheitsprivilegien Kaiser Friedrichs des Ersten von 1184; zu sehen war in einer Nische der sitzende heilige Petrus, rechts den Schlüssel, links die Bibel in der Hand, darüber die Architektur des Domes mit einer Kuppel zwischen zwei Türmen. Ein neues Stadtsiegel kam um 1500 auf, mit einem silbernen Schlüssel auf rotem Grund; seit einem Stadtratsbeschluss von 1890 trägt das Wappen zusätzlich einen fünfzackigen Stern.
Der Niedergang kam in Schüben. Die Finanzen zerrütteten der Bürgeraufstand von 1512 und die Fehde mit Franz von Sickingen zwischen 1515 und 1519. 1659 machte Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz das Angebot, Worms zur Hauptstadt der Kurpfalz zu erheben und die Universität Heidelberg hierher zu verlegen; die Stadt lehnte ab.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstörten 1689 Truppen Ludwigs des Vierzehnten die Stadt und vertrieben ihre Bevölkerung; rund zehn Jahre dauerte es, bis das städtische Leben wieder in Gang kam.

Zwei alliierte Bombenangriffe, am 21. Februar und am 18. März 1945, legten die Stadt weitgehend in Trümmer. Dem Hauptbahnhof und den Chemiefabriken galt der britische Angriff vom 21. Februar; getroffen wurden auch weite Teile des Stadtzentrums, darunter die Dreifaltigkeitskirche, die zwischen 1709 und 1725 als Reformationsgedächtniskirche entstanden war, der Dom fing Feuer, und 239 Einwohner starben. Der US-amerikanische Angriff vom 18. März 1945 kostete 141 Menschen das Leben. Etwa 15.000 Einwohner verloren durch die Angriffe ihr Dach; 35 Prozent des Gebäudebestands waren völlig zerstört, weitere 29 Prozent unterschiedlich schwer beschädigt, und die Innenstadt entstand größtenteils in modernem Stil neu.

1122 kam hier das nach der Stadt benannte Wormser Konkordat zustande, das den Investiturstreit beendete. In derselben Zeit entstand die städtische Verfassung: ein Stadtrat, der selbständig handelte und die Bürgerschaft vertrat. Der Vorgang ist typisch für Worms: Was hier verhandelt wurde, galt danach im ganzen Reich, und die Stadt selbst gewann daraus ihre eigene Stellung.
Unter König Maximilian tagte 1495 erneut ein Reichstag, der die Reichssteuer, das Reichskammergericht und das Fehdeverbot des Ewigen Landfriedens einführte. Damit wurde in Worms ein Gerichtshof geschaffen, der Streit zwischen Reichsständen an die Stelle der Fehde setzen sollte — und ein Verbot, das die private Gewalt zwischen Adligen für unrechtmäßig erklärte. Ihre wirtschaftliche Blüte hatte die Stadt zu diesem Zeitpunkt bereits hinter sich.
Der dritte Vorgang wirkte am weitesten: den Reichstag zu Worms von 1521 berief Kaiser Karl der Fünfte als ersten nach Wahl und Krönung ein, und er dauerte vom 27. Januar 1521 bis zum 26. Mai 1521. Achtzig Fürsten und 130 Grafen kamen, dazu Botschafter ausländischer Könige und Herren, alle mit Gefolge; mehr als 10.000 Gäste sollen sich in Worms aufgehalten haben — eine logistische Aufgabe für eine Stadt, die der Artikel zum Reichstag mit knapp 7.000 Einwohnern beziffert. Unter dem 7. März 1521 hielt der Zeitzeuge Dietrich Butzbach fest, in der Stadt sei alles wüst und wild zugegangen, oft hätten an einem Tag drei oder vier Menschen ihr Leben eingebüßt.
Verhandelt wurde weit mehr als die Sache Luthers: ein Reichsregiment unter Ferdinands Vorsitz, die Reichsmatrikelordnung als Grundlage der Reichsfinanzierung, Regelungen für das Reichskammergericht und die Gravamina der deutschen Nation — 102 Beschwerden trug ein Ausschuss der Reichsstände unter dem Vorsitz Herzog Georgs von Sachsen zusammen. Karl und Ferdinand beschlossen am 28. April 1521 im Wormser Vertrag erstmals, die Herrschaftsbereiche Spanien und Österreich zu teilen; dieser Zeitpunkt gilt als mögliches Datum für die Trennung der österreichischen und der spanischen Habsburger.
Das Wormser Edikt erließ Karl der Fünfte, um die Reichsacht gegen Martin Luther vollziehen zu können. Eine Mehrheit dafür fand er auf dem Reichstag nicht, also setzte er es gleich nach der Schlusssitzung in Kraft — rückdatiert um drei Wochen; ob es formal noch zum Reichstag gehört, ist deshalb fraglich. Danach wurde Worms zum Experimentierfeld der Reformation: 1524 erschien hier der erste Druck einer deutschen evangelischen Messe, 1526 brachte William Tyndale in der Stadt die erste englische Fassung des Neuen Testaments heraus, und die Wormser Bibel von 1529 war die erste deutschsprachige Vollbibel der Reformationszeit. Drucker all dieser Texte war Peter Schöffer der Jüngere.
Von 1130 bis 1181 entstand im Wesentlichen der Dom St. Peter; parallel riss man eine frühromanische Basilika aus dem ersten Viertel des 11. Jahrhunderts ab. Einen grundlegenden Neubau hatte es unter Bischof Burchard gegeben, der im Jahr 1000 auf den Wormser Bischofsstuhl kam und sofort die kirchliche Neuordnung der Stadt anging; schon 1018 ließ sich der Dom im Beisein des Kaisers weihen, doch der westliche Baukörper stürzte zwei Jahre darauf ein und musste erneuert werden. An den Dom knüpfen sich die Papstnominierung Leos des Neunten 1048, das Konkordat von 1122 und die Hochzeit Kaiser Friedrichs des Zweiten mit Isabella von England 1235.
Von 1801 bis 1827 löste man das Bistum Worms schrittweise auf; Bischofskirche ist der Dom seither nicht mehr, doch 1862 wurde er Propsteikirche und 1925 Basilica minor. Bemerkenswert ist, was nicht geschah: Von 1984 bis 1993 stand er auf der westdeutschen Tentativliste der UNESCO, als Kandidat für die Erhebung zum Weltkulturerbe — aufgenommen wurde er nie.
Die zweite religiöse Geschichte der Stadt ist die ihrer jüdischen Gemeinde, eine Geschichte von Blüte und wiederholter Verfolgung. Seit etwa 960 sind jüdische Kaufleute in Worms belegt; vom 11. Jahrhundert an genossen sie kaiserliche Zollfreiheiten und durften im ganzen Reichsgebiet handeln. Eine Talmudschule entstand, die auch der französische jüdische Gelehrte Raschi besuchte. 1034 wurde eine Synagoge eingeweiht; seit 1076 besteht der alte jüdische Friedhof Heiliger Sand, und aus dem späten 12. Jahrhundert stammt die Mikwe. Die privilegierte Stellung schützte nicht: als der Volkskreuzzug 1096 Worms erreichte, kam es zum Pogrom, und hunderte Juden wurden ermordet oder nahmen sich das Leben, um der Zwangstaufe zu entgehen.

Das Wormser Machsor von 1272 ist erhalten, ein Gebetbuch mit einem frühen schriftlichen Zeugnis in jiddischer Sprache. 1349, in den Judenverfolgungen zur Zeit des Schwarzen Todes, wurde die Gemeinde vernichtet; im Mai 1353 durften sich Juden wieder ansiedeln, Grundbesitz außerhalb der nun eingerichteten Judengasse aber nicht erwerben. 1615 vertrieb man die Juden erneut, im Jahr darauf durften sie zurückkehren. In den Novemberpogromen 1938 wurde die alte Synagoge weitgehend zerstört, während der Friedhof Heiliger Sand stehen blieb; die verbliebenen rund 300 Juden kamen in Konzentrationslager, die nur wenige überlebten. Der Staat baute die alte Synagoge von 1958 bis 1961 wieder auf, 1982 öffnete im Raschi-Haus das jüdische Museum, dessen Kellergewölbe aus dem 14. Jahrhundert stammen, und seit 2021 gehört Worms gemeinsam mit Speyer und Mainz zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Worms ist zweimal fast vollständig zerstört worden, 1689 und 1945, und das prägt seinen Baubestand: Was heute steht, steht meist, weil es aus Stein war oder weil es rekonstruiert wurde. Neben dem Dom stehen als religiöse Bauwerke die Magnuskirche karolingischer Gründung, die romanische Basilika der Martinskirche, die Pauluskirche mit dem Dominikanerkloster, die Liebfrauenkirche, die Andreaskirche mit dem St. Andreasstift, in dem das Museum der Stadt sitzt, dazu die Dreifaltigkeitskirche am Markt und die Lukaskirche, einer der wenigen unveränderten Notkirchenbauten.

Wie der Wiederaufbau nach 1945 aussah, zeigen zwei Kirchen. Von der Dreifaltigkeitskirche blieben nach dem Angriff vom 21. Februar 1945 nur die Umfassungsmauern und der Turm. Ende 1954 fiel der Beschluss, sie in modernen Formen nach Plänen von Otto Bartning und Otto Dörzbach wieder aufzubauen. Die Lukaskirche entstand 1950 als eine von 49 Bartning-Notkirchen aus vorgefertigten Teilen, finanziert aus Spenden der amerikanischen Abteilung des Lutherischen Weltbundes. Weltlich sind der Nibelungenturm an der Nibelungenbrücke, Abschnitte der Stadtmauer, die Ludwigsmühle, das Hagendenkmal, der Wasserturm und das Lutherdenkmal.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH
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