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Konstanz hatte am 31.12.2025 86.691 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 57 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Konstanz
Am Bodensee, dort wo der Rhein den oberen Seeteil verlässt, liegt Konstanz unmittelbar an der Schweizer Grenze; mit Kreuzlingen auf der anderen Seite ist die Stadt derart verwachsen, dass die Staatsgrenze zwischen einzelne Häuser und Straßen hindurchführt. Südlich des Rheins, also auf der linken Seite, liegen die Altstadt und der Stadtteil Paradies; die jüngeren Stadtteile gehören zur rechten, nördlichen Seite. Die amtliche Ortshöhe beträgt 402 m. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 86.691 Einwohner auf 54,11 Quadratkilometern.
Schon gegen Ende des 2. vorchristlichen Jahrhunderts saßen Kelten — vermutlich Helvetier — im Bereich der heutigen Niederburg; kurz vor der Zeitenwende holte Rom unter Kaiser Augustus das Gebiet rund um den Bodensee, und das keltische oppidum ging dabei unter. Steinbauten kamen in Konstanz im 2. Jahrhundert auf, zweimal befestigt wurde die Siedlung im 3. Jahrhundert, und vermutlich stand damals bereits eine Brücke über den Rhein. Einen Einschnitt brachte das Jahr 300 ungefähr: Nachdem Rom das Dekumatland geräumt hatte, wurde der Ort in der Spätantike zu einer wichtigen Grenzbefestigung links des Rheins. Am Münsterplatz kamen 2003/04 Reste einer mächtigen spätrömischen Anlage zutage, des Kastells Constantia, das aus dem frühen 4. Jahrhundert stammte und Mauer wie achteckigen Zwischenturm besaß; dieses Steinkastell sollte vor allem plündernde Alamannen abwehren und den Rheinübergang sichern, und die römischen Badeanlagen des 4. Jahrhunderts nicht weit davon sind für ihre Zeit ungewöhnlich groß.
Benannt ist der Ort nach einem römischen Kaiser; sicher überliefert erscheint der Name Constantia zum ersten Mal um 525, im lateinischen Reisehandbuch des romanisierten Ostgoten Anarid. Bischof Maximus verließ vermutlich um 585 das in der Völkerwanderungszeit unruhige Vindonissa und siedelte in das besser geschützte Konstanz über, wo er Stadtherr wurde; etwa zur selben Zeit entstand ein erster Vorgängerbau des heutigen Münsters, teilweise auf den Fundamenten der spätantiken Festung. Konrad von Konstanz, Bischof von 934 bis 975, ließ nach Aufenthalten in Rom die städtische Topographie derjenigen von Rom angleichen: analog zu San Paolo fuori le mura entstand eine Paulskirche, in unmittelbarer Nähe die Kirche St. Johann entsprechend San Giovanni in Laterano, und unter dem Eindruck seiner Jerusalemer Pilgerfahrten ließ er die Mauritiusrotunde als Nachbau der Grabeskirche bauen.
1192 und dann noch einmal 1213 erstritten sich die immer selbstständigeren Bürger eine Stellung, die vom Bischof als bisherigem Stadtherrn unabhängig war. Die Stadt lag an der Route, die aus dem mittelalterlichen Deutschland über die Bündner Pässe nach Italien führte, profitierte vom aufblühenden Fernhandel und saß mitten im Leinengeschäft; wichtigstes Handels- und Exportgut war rohe, gebleichte Leinwand, weithin bekannt als Konstanzer Leinwand. Zu einem Städtebund traten am 24. Mai 1312 vier Städte zusammen — Schaffhausen, St. Gallen, Zürich und Konstanz —, und auch beim Schwäbischen Städtebund war Konstanz Gründungsmitglied: vierzehn oberschwäbische Städte schlossen sich dort am 4. Juli 1376 zu einem mächtigen Bündnis zusammen. Auf dem Gipfel ihrer wirtschaftlichen und politischen Macht baute die Stadt 1388 am Hafen ein Kaufhaus, das als Warenlager und Umschlagszentrum diente — das heutige Konzilgebäude.
Von 1414 bis 1418 fand das Konzil von Konstanz statt, mit sehr viel mehr Gästen als den rund 6000 Einwohnern der Stadt. Das Konzilgebäude, in dem das Konklave der Papstwahl stattfand, steht heute noch am Bodenseeufer; der eigentliche Sitzungssaal war dagegen der Bischofsdom, das heutige Münster. Mit der Wahl Martins des Fünften am 11. November 1417 endete durch Absetzung der Gegenpäpste die abendländische Kirchenspaltung von 1378, und Rom wurde als Sitz des Papstes bestätigt. Am 6. Juli 1415 wurde der tschechische Reformator Jan Hus anlässlich des Konzils als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt und seine Asche in den Rhein gestreut; ein schwarzer Findling mit goldener Inschrift am vermuteten mittelalterlichen Richtplatz erinnert daran und zugleich an Hieronymus von Prag, den dasselbe Konzil am 30. Mai 1416 hinrichten ließ.
Die Agglomeration Konstanz und Kreuzlingen umfasste 2005 gut 115.000 Einwohner; viele Konstanzer arbeiten in der Schweizer Nachbarstadt oder deren Umland, während umgekehrt die Kreuzlinger häufig auf der deutschen Seite einkaufen. Der Tägermoos-Vertrag legte 1831 fest, dass die Grenze dem ehemaligen äußeren Festungsgraben folgt; erkennbar war sie später an Grenzsteinen und Gartenzäunen. Auf den Grenzvertrag vom 21. September 1938 hin zog die Schweizer Seite im Herbst 1939 einen hohen Zaun hoch, und die Deutsche Wehrmacht ergänzte ihn im Winter 1939 und 1940 um einen drei Meter hohen Zaun mit Schräge und Stacheldraht; mit dem Beginn des Einmarsches in Frankreich wurde die Grenze ab Mai 1940 gesperrt.
Nach dem Krieg trug man den Wehrmachtszaun um einen Meter ab; beim Bau des Autobahnzolls verschwand er ganz und ist heute nur noch als Mahnmal am Grenzübergang zum Tägermoos erhalten, und auch der Zaun zum See hin fiel — seither markieren die Kunstwerke von Johannes Dörflinger den Grenzverlauf. 2007 trat an die Stelle des Maschendrahtzauns zwischen den beiden Städten eine Kunstgrenze aus 22 Tarot-Skulpturen mit den Motiven der Großen Arkana.

Gegen die Corona-Pandemie sperrte ein Bauzaun die Kunstgrenze ab, vom Abend des 16. März 2020 bis zum 15. Mai; damit Körperkontakte schwerer wurden, stellte die Schweizer Seite in zwei Meter Abstand einen zweiten, parallelen Zaun daneben, und ein Teilstück ging später als Zeitdokument an das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart. Paare und Familien kamen unterdessen Tag für Tag am Grenzübergang Klein Venedig zusammen, um über die hohen Zäune hinweg in Verbindung zu bleiben; als der Protest gegen die Grenzschließungen im April 2020 immer lauter wurde, endeten die Grenzkontrollen am 15. Juni.
Den Alltag an dieser Grenze bestimmen heute Regeln, keine Zäune. Weil die Schweiz im Dezember 2008 dem Schengen-Raum beitrat, kontrolliert man Personen seither nur noch im Ausnahmefall; gültige Ausweispapiere gehören beim Übertritt trotzdem in die Tasche. Teil der Europäischen Währungsunion ist die Schweiz nicht, und so zahlt man in den beiden Städten bis heute in verschiedenen Währungen. Kreuzlingen und Konstanz bauten gemeinsam eine Eissporthalle, und Kreuzlingen lässt seine Abwässer im Konstanzer Klärwerk reinigen.
In der NS-Zeit war die Grenzstadt Ort von Widerstand und Verfolgung. Georg Elser wurde am Abend des 8. November 1939 in Konstanz festgenommen, als er die Flucht in die Schweiz versuchte; in München hatte er zuvor eine Bombe angebracht, die Adolf Hitler töten sollte — durch Zufall entging dieser dem Anschlag. Einen ersten Brandanschlag auf die Konstanzer Synagoge überstand das Gebäude 1936 noch, weil die Freiwillige Feuerwehr es rettete; in der Reichspogromnacht 1938 steckte man es erneut in Brand, untersagte der Feuerwehr diesmal das Löschen und sprengte den Bau anschließend. 433 Juden lebten 1933 in Konstanz, 1940 waren es noch 120; am 22. Oktober 1940 verschleppte man 112 von ihnen in das südfranzösische Camp de Gurs, die letzten acht zwischen 1941 und 1944 nach Riga, Izbica und Theresienstadt, und die meisten von ihnen wurden in den Lagern ermordet.
Obwohl auch Konstanz Industriestandort war, verschonten die alliierten Bomber die Stadt im Zweiten Weltkrieg — anders als etwa Friedrichshafen am selben See; im sogenannten Bomber Baedeker galt die hiesige Industrie, von einigen dort aufgeführten Ausnahmen abgesehen, als unbedeutend. Eine Verdunkelungspflicht hatte auch die Schweiz verhängt, vom 7. November 1940 an; der Bundesrat hob sie am 12. September 1944 wieder auf, weil Schweizer Städte versehentlich angegriffen zu werden drohten — den Ausschlag gab die irrtümliche Bombardierung von Schaffhausen am 1. April 1944. Daraufhin ließ die deutsche Seite die Verdunkelung der linksrheinischen Altstadt fallen, damit die ohnehin nicht sichtbare Trennlinie zwischen ihr und Kreuzlingen noch weiter verschwamm; die schweizerische Regierung wiederum setzte sich nun nachdrücklich dafür ein, die deutsche Stadt zu verschonen.
Fast kampflos wurde Konstanz am 26. April 1945 eingenommen; vorausgegangen waren Verhandlungen in der Nacht zum 25. April 1945, geführt auf Schweizer Hoheitsgebiet im Trompeterschlössle im Tägermoos, zwischen Abgesandten der Stadt sowie französischen und schweizerischen Amtsträgern. Innerhalb der französischen Besatzungszone kam die Stadt nach dem Krieg zunächst zum Land Südbaden; am 18. Juli 1978 wurde die letzte französische Einheit verabschiedet.
Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern wurden 1952 vereinigt, und Konstanz lag von da an im neuen Land Baden-Württemberg; als am 1. April 1956 die baden-württembergische Gemeindeordnung in Kraft trat, wurde die Stadt kraft Gesetzes Große Kreisstadt. Einen neuen Aufschwung, der bis in das 21. Jahrhundert hinein anhält, brachte 1966 die Gründung der Universität; die vielen Studierenden und Wissenschaftler haben das Bild der Stadt erkennbar verändert. Den Ehrentitel Reformationsstadt Europas erhielt Konstanz am 1. Juni 2015 als 32. Stadt — fast fünfhundert Jahre nachdem es für ebendiese Entscheidung seine Reichsfreiheit verloren hatte.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
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Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Als der Gotthardpass erschlossen war, wanderten die Handelsströme mehr und mehr auf die Strecke über Zürich und Basel ab; die Stadt kam im Spätmittelalter zum Stillstand — weshalb ihre gotische Bausubstanz später kaum überformt wurde. Reformiert wurde Konstanz 1527 durch Ambrosius Blarer und Johannes Zwick; die Stadt schloss sich daraufhin dem Schmalkaldischen Bund an, und die Bischöfe zogen nach Meersburg. Den Krieg gegen die Protestanten eröffnete Kaiser Karl der Fünfte 1546 und gewann ihn 1547; die Niederlage im Schmalkaldischen Krieg mochte Konstanz für sich nicht anerkennen und verhandelte bis 1548 über Reichs- und Religionsfreiheit. Per Urkunde belegte der Kaiser die Stadt am 6. August 1548 mit der Reichsacht, am selben Tag wehrten die Konstanzer Bürger spanische Truppen vor dem Rheintor ab, und nach der Belagerung durch die Österreicher kapitulierte die Stadt am 13. September 1548, fiel dadurch an Österreich und verlor den Status als Freie Stadt.








