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Rostock hatte am 31.12.2025 204.929 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 56 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Rostock
Drei Dinge prägen Rostock: die Warnow, die hier in die Ostsee mündet, die Hanse, in der die Stadt jahrhundertelang eine vordere Rolle spielte, und eine Universität, die seit 1419 besteht.
Als kreisfreie Großstadt im Landesteil Mecklenburg liegt Rostock unmittelbar an der Ostseeküste und gehört damit zum Norden Mecklenburg-Vorpommerns. Ihre Hauptsatzung schreibt den Zusatz Hanse- und Universitätsstadt zum Ortsnamen fest. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 204.929 Einwohner.
Bis ins 11. Jahrhundert reicht der Ortsname zurück: hinter ihm steht das altpolabische, also slawische Wort rastokŭ, mit dem ein Auseinanderfließen des Flusses Warnow gemeint ist; zwischen dem 12. und dem beginnenden 14. Jahrhundert sind Schreibweisen wie Rozstoc, Rostoch, Rotstoc und Roztoc überliefert, und die heutige Form Rostock erscheint um 1366. Rechts der Warnow haben Archäologen Handwerker- und Handelsplätze der Slawen freigelegt, die ab dem 8. Jahrhundert bezeugt sind, und eine Fürstenburg der Kessiner samt frühstädtischer Marktsiedlung bestand dort spätestens im 12. Jahrhundert. Zur Stadt wuchs der Ort jedoch am höher liegenden linken Ufer nahe der Stelle, an der der Fluss in die Unterwarnow übergeht; dort räumte Fürst Nikolaus der Erste 1189 den Doberaner Mönchen ein, auf dem hiesigen Markt keinen Zoll zahlen zu müssen.
Als Stadt erscheint Rostock erstmals in einer Urkunde vom 24. Juni 1218, mit der Heinrich Borwin das lübische Stadtrecht bestätigte; von der Petrikirche aus griff die schnell wachsende Siedlung danach nach Süden aus, und rund um die Nikolaikirche entstand ein Quartier mit eigener Pfarrei. In den Jahren 1262 bis 1265 schlossen sich die drei Kerne zusammen: der mittlere übernahm mit Stadtrat, Gericht und einem neuen Rathaus die Verwaltung, und ein Mauerring legte sich zum Schutz um das Ganze. Zwei Feuersbrünste, 1250 und 1265, konnten den Aufstieg zur führenden Stadt Mecklenburgs nicht bremsen, und Handelsprivilegien wie auch Rechte am Fischfang auf der Unterwarnow stärkten das Zentrum der Herrschaft zusätzlich.
Schon 1259 verband sich die Stadt mit den Ratsherren von Lübeck, Stralsund, Wismar und Kiel; aus diesem Wendischen Städtebund, den 1283 der als Rostocker Landfrieden bekannte Vertrag um weitere Mitglieder erweiterte, ging die Deutsche Hanse hervor. Innerhalb des Bundes behauptete Rostock bis zum Hansetag des Jahres 1669 eine vordere Stellung, stets im Wettstreit mit Stralsund; getragen wurde das von Kaufleuten mit Verbindungen nach Riga und ins gotländische Visby sowie vom Heringsgeschäft der Schonenfahrer auf der Schonischen Messe. Als Ausfuhrgut aus eigener Herstellung fiel allein Bier ins Gewicht.
Das 14. Jahrhundert brachte der Stadt Zuwachs an Besitz und Rechten: 1323 kam das strategisch wichtige Fischerdorf Warnemünde hinzu, 1325 das Münzrecht und 1358 die volle Gerichtsbarkeit. Um 1410 zählte Rostock gut 14.000 Einwohner und gehörte damit zu den großen Städten des norddeutschen Raums. Acht Jahre lang stemmte sich der Stadtrat gegen die reformatorischen Predigten Joachim Slüters, ehe er im April 1531 unvermittelt nachgab und Martin Luthers Lehre für alle vier Hauptkirchen verbindlich machte; dass auch sämtliche Landstände das lutherische Bekenntnis annahmen, setzte erst Herzog Johann Albrecht 1549 durch, der 1552 zudem fast alle Klöster Mecklenburgs auflöste.

Beigelegt wurde der lange schwelende Streit zwischen Stadt und Landesherr erst durch die Rostocker Erbverträge der Jahre 1573 und 1584: die Stadt beugte sich der landesherrlichen Oberhoheit, namentlich bei Gerichtsbarkeit und Steuern, und gab damit die Hoffnung auf Reichsunmittelbarkeit auf. Mitten in diese Stillstandszeit fiel über Nacht die Katastrophe — 1677 legte ein Feuer beinahe die ganze Altstadt und weite Teile der nördlichen Mittelstadt in Schutt, rund 700 Häuser und Buden, ein Drittel des gesamten Baubestands; von knapp 200 Brauhäusern blieben weniger als 100 übrig, und die Einwohnerzahl, die am Ende des 16. Jahrhunderts bei 14.000 gelegen hatte, fiel auf 5.000. Unter Herzog Karl Leopold wurden 1715 Rat und Hundertmännerkollegium in Haft genommen und das Vermögen der Stadt eingezogen, und ein erneuerter Erbvertrag mit dem mecklenburgischen Herzog besiegelte 1788 dessen Gewalt — aus der Hansestadt war endgültig eine mecklenburgische Landstadt geworden.
Beiderseits der Warnow zieht sich das Stadtgebiet über etwa 16 Kilometer hin, bis der Fluss im Ortsteil Warnemünde die Ostsee erreicht; die Innenstadt liegt dabei am linken Ufer. Nach und nach kaufte die Stadt sich ihr Umland zusammen: 1252 den Stadtforst Rostocker Heide, 1264 den Seehafen bei Warnemünde, 1278 die Hundsburg bei Schmarl und 1286 die Wendische Wyk auf der rechten Flussseite — damit war unter anderem der freie Weg zur zwölf Kilometer entfernten offenen See gesichert. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts nahm die Rostocker Seefahrt einen neuen Aufschwung, und an die Stelle von Malz und Bier trat das Getreide als wichtigste Fracht.

Warnemünde trägt sein maritimes Gepräge offen: als Merkzeichen des Stadtteils gelten der Alte Strom mit seiner Zeile kleiner Fischerhäuser und der Leuchtturm aus dem Jahr 1898, während in den 1920er und 1930er Jahren mit dem Kurhaus ein markanter Einzelbau des Neuen Bauens hinzukam; die Seepromenade setzt am Teepott an. Über drei Kilometer misst der steinfreie Strand, der zur Steilküste Stoltera hin immer schmaler ausläuft.

Den im Krieg schwer getroffenen Stadthafen, jahrhundertelang der Haupthafen der Stadt, setzte man nach Kriegsende in mehrjähriger Arbeit wieder instand; weil die DDR-Wirtschaft wuchs und eine große staatliche Handelsflotte aufgebaut wurde, brauchte es gleichwohl einen neuen, leistungsfähigen Hochseehafen, der 1960 fernab der Bebauung am Breitling ans Netz ging. Vor Warnemünde entstand dafür eine frisch ausgebaggerte Zufahrt zur Ostsee, und der Überseehafen wurde immer wieder erweitert und umgebaut, um dem Bedarf der DDR- und Ostblock-Wirtschaft zu genügen; 1989 schlug er über zwanzig Millionen Tonnen um, vor allem Massenschüttgüter, und erreichte damit seinen bis dahin höchsten Stand. Aus der 1991 ins Leben gerufenen Hanse Sail ist eine der großen maritimen Veranstaltungen des Ostseeraums geworden. Für Fährverkehr und Güterumschlag ist der Hafen von Gewicht; Passagierschiffe fahren von hier nach Gedser in Dänemark und nach Trelleborg in Schweden.
Wie viel Gewicht die Stadt hatte, zeigte auch die Universitätsgründung von 1419: Landesherren wie Stadtrat versprachen sich davon, die eigene Machtstellung zu untermauern. Zwar verließ die Hochschule in politischen Wirren mehrfach die Stadt, doch für zwei Jahrhunderte gab sie in der Wissenschaft des norddeutschen und baltischen Raums den Ton an, ehe der Dreißigjährige Krieg sie für lange Zeit in die Bedeutungslosigkeit schickte. Von Beginn an vereinte sie als klassische Hochschule Jura, Philosophie und Medizin; 1432 trat die Theologie als vierter Fachbereich hinzu, und das hohe Ansehen der Anfangsjahre trug ihr binnen kurzem den Beinamen Leuchte des Nordens ein.
Der Streit zwischen Stadt und Landesherrn traf auch die Hochschule: 1760 wurde sie in eine rätliche Universität in Rostock und eine fürstliche in Bützow geteilt, wohin das herzogliche Professorenkollegium zog und eine Art Gegenuniversität gründete. Erst 1789 wurden beide wiedervereinigt, und der Streit lähmte die Entwicklung der Hochschule über Jahre.
Auf den Niedergang des 17. und 18. Jahrhunderts folgte ab 1860 ein Aufschwung, der die Hochschule wieder an die übrigen deutschen Universitäten heranführte; in der DDR verschoben sich Forschung und Lehre dann von den klassischen hin zu den technischen Fächern. Den Namen des 1960 gestorbenen Politikers Wilhelm Pieck trug die Universität von 1976 an bis zum Ende der DDR; nach der Rückbenennung 1990 folgten bis 2004 mehrere Umbauten der Struktur, an deren Ende sie wieder eine Volluniversität war. Hinzu kommt als Eigenheit eine Interdisziplinäre Fakultät, die Lehrende und Studierende quer durch alle Fächer zusammenführt, und zwar in vier Departments: Maritime Systeme; Wissen, Kultur und Transformation; Leben, Licht und Materie; sowie Altern des Individuums und der Gesellschaft.
Rund 2.300 Menschen arbeiten an der Hochschule, unter ihnen etwa 280 Professoren; eingeschrieben waren im Wintersemester des Jahres 2019 genau 13.004 Studierende. Ihr sechshundertjähriges Bestehen beging die Universität 2019, ein Jahr nachdem die Stadt 2018 das Doppeljubiläum 800 Jahre Rostock und 600 Jahre Universität gefeiert hatte.
Der Brand von 1677, die Bomben des Zweiten Weltkriegs und nicht zuletzt die Stadtplanung des wachsenden 19. Jahrhunderts wie der DDR haben viel gekostet, und dennoch ist der Altbaubestand reich und der historische Kern vergleichsweise geschlossen geblieben; ins Auge fallen dabei vor allem die Backsteingotik-Bauten aus der Hansezeit. St. Marien mitten in der Stadt zählt zu den Hauptwerken dieser norddeutschen Backsteingotik und wird von einem wuchtigen Westbau mit Turmmassiv beherrscht; an der dreischiffigen Basilika, die gleichwohl wie ein Zentralbau wirkt, wurde ab etwa 1290 gearbeitet, fertig war sie um die Mitte des 15. Jahrhunderts, und eine frühgotische Vorgängerin ist 1232 erstmals urkundlich bezeugt.
Im östlichen Teil der Altstadt findet man die St.-Petri-Kirche am Alten Markt, deren Umfeld als Keimzelle des Ortes gilt, dazu die frühgotische Nikolaikirche, während die Klosterkirche zum Heiligen Kreuz westlich im Zentrum steht. Eine barocke Fassade erhielt das gotische Rathaus des 13. und 14. Jahrhunderts erst 1727; prachtvolle gotische Kaufmannshäuser haben sich mit dem Hausbaumhaus, dem Kerkhoffhaus, dem Ratschow-Haus und dem Krahnstöverhaus in der Großen Wasserstraße erhalten. Von der Befestigung stehen heute noch drei mittelalterliche Backsteintore — Steintor, Kuhtor, Kröpeliner Tor —, dazu das klassizistische Mönchentor, mit dem Lagebuschturm ein Wehrturm und größere Mauerabschnitte von zusammen etwa 1300 Metern.
Aus dem 19. Jahrhundert ragen das neugotische Ständehaus und das in Neorenaissance gehaltene Hauptgebäude der Universität am Universitätsplatz heraus; im beginnenden 20. Jahrhundert dehnte sich die Stadt kräftig aus, und es entstanden unter anderem ein Villenviertel in der Bahnhofsvorstadt sowie mit der Kröpeliner-Tor-Vorstadt ein Arbeiterquartier. Die Industrialisierung hinterließ zahlreiche Bauten, darunter den Wasserturm des Jahres 1903.
Die Lange Straße wurde in den 1950er Jahren als repräsentative Magistrale angelegt, im Sozialistischen Klassizismus, aber mit Anleihen bei der Backsteinarchitektur; größere Wohngebiete kamen in den 1960er und 1970er Jahren vor allem im Nordwesten hinzu, daneben im Süden. Binnen dreieinhalb Jahrzehnten wuchsen neun Großwohnsiedlungen mit etwa 54.000 Wohnungen heran, in denen über die Hälfte der Stadtbevölkerung lebte, während weite Teile der Altbauten verfielen; zu Beginn der 1980er-Jahre trug man die nach dem Krieg nur notdürftig geflickte Nördliche Altstadt fast vollständig ab und setzte an ihre Stelle Plattenbauten, die dem historischen Stadtbild weitgehend nachempfunden waren. Den Schlusspunkt dieser Umgestaltung setzte das ab 1984 errichtete Fünf-Giebel-Haus am Universitätsplatz.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_HANSE, DZT_SEA, BRICK
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.

Am hiesigen Strand wurde außerdem ein Sitzmöbel zum Geschäft, das heute jeder kennt. Der Überlieferung nach wünschte sich im Frühjahr 1882 Elfriede von Maltzahn, eine ältere, an Rheuma leidende Dame, einen windgeschützten Platz am Wasser, um ihren Sommer in Warnemünde trotz der Krankheit verbringen zu können; der Hof-Korbmachermeister Wilhelm Bartelmann flocht ihr daraufhin aus Weide und Rohr einen Einsitzer, zunächst Strandstuhl geheißen, und bezog ihn mit grauem Markisenstoff. Zum wirtschaftlichen Erfolg führte jedoch erst ein Einfall seiner Frau Elisabeth Bartelmann, der sogleich klar war, dass sich Strandlauben als Ware der Saison kaum verkaufen ließen; schon im Sommer 1883 stellte sie nahe dem Warnemünder Leuchtturm die ersten Körbe zur Miete bereit, warb dafür im Allgemeinen Rostocker Anzeiger und eröffnete so einen ganz neuen Geschäftszweig.
Damit stand im Sommer 1883 beim Warnemünder Leuchtturm die erste Strandkorbvermietung; bis zur Jahrhundertwende brachte Elisabeth Bartelmann gemeinsam mit ihren Kindern in sechs weiteren Ostseebädern solche Verleihstationen auf den Weg. Zwei Gesellen aus Bartelmanns Werkstatt machten später eigene Fabriken auf — Johann Falck 1895 in Rostock, Franz Schaft ab 1907 im nahen Kröpelin —, und von Falck stammt der Halblieger von 1897: eine Korbhütte für zwei Personen, deren Rückwand sich zur Hälfte um 45 Grad nach hinten legen ließ.
Um 1970 entstanden in der Stadt gleich mehrere Hyparschalen nach Entwürfen Ulrich Müthers: der Teepott in Warnemünde, die Ostseemessehalle, die Gaststätte Kosmos in der Südstadt und südwestlich der Innenstadt die Christuskirche, die für die 1971 abgerissene katholische Kirche am Schröderplatz einsprang. Sachlich-modern gab das Büro des dänischen Architekten Henning Larsen zwei Häuser: das 2001 vollendete Max-Planck-Institut am Stadthafen und die Universitätsbibliothek in der Südstadt, die 2004 folgte.





