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Duisburg hatte am 31.12.2025 500.810 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 41 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Duisburg
Wenige deutsche Städte lassen sich mit einem Satz über Geologie erklären. Duisburg ist eine davon. Der Ort lag am Ausgangspunkt des Hellwegs und war im Mittelalter ein blühendes Handelszentrum — bis der Rhein im 13. Jahrhundert seinen Lauf verlagerte und die Stadt vom Strom abschnitt. Ein Handelsplatz ohne Fluss ist kein Handelsplatz mehr.
Sechshundert Jahre später kam das Wasser zurück, in Form von Häfen, Kanälen und Werksanlagen, und machte aus der verschlafenen Kleinstadt einen der großen Umschlagplätze Mitteleuropas. Ende 2025 zählte die Stadt 500.810 Einwohner. Heute liegt Duisburg wieder dort, wo die Ruhr in den Rhein mündet, und ein Drittel seiner Einwohner lebt durch Bergsenkungen unterhalb des Wasserspiegels — geschützt von Deichen und Pumpwerken. Diese Stadt verhandelt seit tausend Jahren mit einem Fluss.
Die früheste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 883. Genannt wird er von Regino, dem Abt des Klosters Prüm, und zwar anlässlich eines Überfalls der Wikinger — keine gute Nachricht, aber die erste. Die Kaiserpfalz Duisburg und die Salvatorkirche stehen noch heute für diese frühe Bedeutung, ebenso Reste der Befestigung wie Schwanentor, Stapeltor und Marientor.
Dann kam der Rückschlag. Im 13. Jahrhundert verlagerte sich der Rhein und schloss die Stadt vom Strom ab; wirtschaftlich und politisch fiel sie zurück. Wie sehr sich die Wasserläufe hier bewegten, zeigt der spätere Stadtteil Ruhrort: Er lag bis zum 14. Jahrhundert auf einer Insel westlich des Hauptarms und gehörte zur linksrheinischen Pfarrei; erst weitere Verlagerungen brachten ihn auf die rechte Rheinseite. 1407 trat Duisburg auf Anregung Kölns der Hanse bei; an diesen Status erinnern bis heute die Farben Weiß und Rot in Flagge und Wappen.

Die zweite Karriere dieser Stadt war eine gelehrte. Seit 1555 betrieb der Klever Herzog beim Papst die Gründung einer Landesuniversität; 1559 nahm zunächst ein Akademisches Gymnasium unter Heinrich Castritius den Betrieb auf. Dass unter anderem Gerhard Mercator hier wirkte, brachte dem Ort den Beinamen Gelehrtes Duisburg ein. Die Alte Universität wurde schließlich 1655 eröffnet und bestand bis 1818.

Auch kirchengeschichtlich fiel hier eine Entscheidung. 1610 gründeten die reformierten Gemeinden von Jülich, Kleve und Berg auf einer Generalsynode in der Salvatorkirche ihren Synodalverband. Aus dem Mittelalter blieb daneben die Prämonstratenserabtei in Hamborn erhalten, die heute zu einem der nördlichen Stadtbezirke gehört.
Die gelehrte Tradition hat eine späte Fortsetzung. 1972 wurde die Gesamthochschule Duisburg gegründet, die von 1994 an Gerhard-Mercator-Universität hieß und später in der Universität Duisburg-Essen aufging. Auch der große Saal der Innenstadt heißt Mercatorhalle.
Das erste Becken des Ruhrorter Hafens wurde 1716 gebaut. Damals war Ruhrort eine eigenständige Stadt und Duisburg ein Nachbar; erst 1905 wurden Ruhrort und Meiderich eingemeindet und die dortigen Hafenanlagen mit den Duisburger Häfen unter eine Verwaltung gestellt. Ein Jahr zuvor, 1904, war Duisburg Großstadt geworden.
Ruhrort ist bis heute das Zentrum des Hafens und ein Stadtteil mit eigenem Charakter. Die Duisburg-Ruhrorter Häfen stehen unter Denkmalschutz, ebenso die Schifferbörse, in der einst Frachten und Schiffsraum gehandelt wurden, und das Trajekt Ruhrort–Homberg, mit dem Eisenbahnwagen über den Rhein gesetzt wurden, bevor es Brücken gab. Wer diese drei Orte nacheinander besucht, hat die Binnenschifffahrt des 19. Jahrhunderts in ihren drei Funktionen gesehen: Umschlag, Handel, Querung.

Die Logistik ist eines der wirtschaftlichen Standbeine der Stadt und gilt als eine der Drehscheiben Zentraleuropas. Der Hafen prägt die Wirtschaft ebenso wie die Eisen- und Stahlindustrie; aus den Hochöfen dieser Stadt kommt ein erheblicher Anteil des deutschen Roheisens.
Aus Bergbau und Wasserlage zusammen ist eine eigene Folge entstanden, die erst spätere Generationen zu spüren bekamen. Durch Bergsenkungen lebt ein Drittel der Bevölkerung heute in einem Poldergebiet unter dem Wasserspiegel des Rheins, gesichert durch hohe Deiche und Grundwasserpumpwerke. Der Pegelnullpunkt in Ruhrort, die Sohle des Flussbetts, liegt 16,09 Meter über Normalnull.
Die Industrialisierung begann hier mit Chemie, nicht mit Stahl. 1824 entstand die Curtius-Schwefelsäurefabrik, 1846 bekam Duisburg Anschluss an die Strecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft. Erst danach siedelten sich nördlich und südlich der Stadt die großen Eisen- und Stahlwerke an, darunter Thyssen und Krupp; nach der Eingemeindung dieser Gebiete bestimmten sie die Entwicklung der Gesamtstadt.
Mit den Werken kamen die Menschen. Arbeiter zogen vom Niederrhein, aus dem übrigen Deutschen Reich, aus den Niederlanden, Österreich und Polen zu; um die alten Ortskerne herum entstanden neue Siedlungen, und die Einwohnerzahlen wuchsen rasant. Was davon geblieben ist, steht in den Denkmallisten: die Margarethensiedlung, die Siedlung Rheinpreußen, die Siedlung Bergmannsplatz — Werkswohnungsbau in Serie.
Die Stadtgrenzen folgten der Industrie. Am 1. August 1929 kam Hamborn hinzu, dazu ein gutes Dutzend Ortschaften im Süden; die neugegliederte Kommune hieß zunächst Duisburg-Hamborn und erst ab 1935 wieder Duisburg. Damit war aus einer Stadt am Fluss ein Gebilde geworden, das sich über beide Rheinseiten erstreckt.
Die stillgelegten Anlagen haben eine zweite Nutzung gefunden: Vom industriellen Erbe lebt heute ein erheblicher Teil des Stadttourismus. Der Landschaftspark Duisburg-Nord, der Hafenstadtteil Ruhrort und der Innenhafen am Rand der Innenstadt sind die Duisburger Hauptattraktionen an der Route der Industriekultur; zwei ihrer Themenrouten führen durch das Stadtgebiet. Seit 1994 ist im Landschaftspark Duisburg-Nord ein stillgelegtes Hüttenwerk zu besichtigen, dessen Hochofen man besteigen kann; Kraftzentrale, Gießhalle und Gebläsehalle dienen als Veranstaltungsorte. Dazu kommen das Haniel-Museum und der Stadtwerketurm.

Neben dieser Industriekultur steht eine eigene Kunstgeschichte. In Duisburg geboren wurde der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, nach dem das städtische Museum benannt ist; die Stadt hatte seit den 1920er Jahren eine bedeutende Sammlung moderner Kunst aufgebaut, von der 1937 ein großer Teil als sogenannte entartete Kunst beschlagnahmt und vernichtet wurde. Die Stücke gingen der Sammlung durch die nationalsozialistische Aktion gegen die angeblich entartete Kunst verloren.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_IND, RIK
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