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Essen hatte am 31.12.2025 573.618 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 48 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Essen
Essen liegt im Zentrum des Ruhrgebiets, überwiegend nördlich der Ruhr; auf Höhe von Kupferdreh, Heisingen, Fischlaken und Werden ist sie zum Baldeneysee aufgestaut. Die Stadt gehört zur Metropolregion Rhein-Ruhr und ist Hauptsitz des Regionalverbands Ruhr; wegen ihrer zentralen Lage gilt sie als heimliche Hauptstadt des Ruhrgebiets. Zum 31. Dezember 2025 zählte Essen 573.618 Einwohner auf 210,34 Quadratkilometern.
Gegen 845 rief eine Adelssippe rund um Altfrid, den späteren Hildesheimer Bischof, das Stift Essen ins Leben; es nahm Töchter des sächsischen Adels auf, und der Ort hieß damals Astnidhi oder coenobium Astnide. Ein Kloster war dieses Damenstift nicht; es diente hochadeligen Töchtern und Witwen, die unverheiratet blieben, als Wohnsitz und Ausbildungsort; zur Feier der Messe kamen Kanoniker, und nur die Äbtissin musste ein Keuschheitsgelübde ablegen. Wenig weiter südlich, im heutigen Stadtteil Werden, bestand seit etwa 800 das vom heiligen Liudger gegründete Benediktinerkloster Werden, das die Missionsarbeit bei den Sachsen im Harzraum vorantreiben sollte.
Das Gründungsdatum ist allerdings heikel. Eine Urkunde, die sich auf das Jahr 870 datiert und die Gründung des Stifts schildert, gilt inzwischen weithin als Fälschung des 11. Jahrhunderts; ob sie auf älteren Urkunden fußt, ist strittig. Das erste urkundlich belegbare Datum für Essen ist deshalb 898, als der lothringische König Zwentibold dem Stift linksrheinische Besitzungen vermachte. Nach dem Großbrand von 946 wuchs die Stiftskirche beträchtlich; ihre Fundamente tragen heute das Essener Münster.
Drei Frauen aus dem Kaiserhaus prägten das Stift nacheinander. Mathilde, eine Enkelin Kaiser Ottos des Ersten, übernahm die Leitung um 973 und lenkte die Geschicke fast vierzig Jahre lang; sie vermehrte den Kirchenschatz um seine wertvollsten Stücke, darunter die Goldene Madonna. Nach ihr folgte Sophia, ebenfalls eine Enkelin Ottos des Ersten, und danach Theophanu, eine Enkelin Ottos des Zweiten. Unter Theophanu erhielt das schon 1003 als civitas erwähnte Essen im Jahr 1041 das Marktrecht, und 1051 wurde das Münster um den Ostteil mit Krypta erweitert, in dem Altfrid, Mathilde und Theophanu bestattet sind. 1216 bestätigte König Friedrich der Zweite dem Damenstift, das bisher nur einflussreicher Landbesitzer gewesen war, seine Position als Fürstensitz: Er nannte die Äbtissin in einem Brief Reichsfürstin und stellte sie damit dem Abt des nahen Klosters Werden gleich. Im 14. Jahrhundert erhob Kaiser Karl der Vierte Essen zur freien Reichsstadt. Seit dem Spätmittelalter war der Ort eine Waffenschmiede — jene Tradition, an die sich die Industrialisierung dann anhängte.
Das Essener Münster steht im Zentrum der Stadt auf den Fundamenten der Stiftskirche, die nach dem Großbrand von 946 erweitert wurde; sein Ostteil mit der Krypta kam 1051 hinzu. In ihm wird die Goldene Madonna aufbewahrt, eine vollplastische Marienfigur aus der Zeit der Äbtissin Mathilde, und in der Krypta sind Altfrid, Mathilde und Theophanu bestattet. Ein zweiter mittelalterlicher Kern liegt im Stadtteil Werden, wo das Benediktinerkloster ein Zentrum der spätantik-frühchristlichen Textüberlieferung war.
Die zweite Bauschicht stammt von Industriellen. Friedrich Grillo stiftete der Stadt 1892 ein Theater und Opernhaus; das Gebäude steht im neoklassizistischen Stil in der Stadtmitte, wurde am 16. September 1892 mit einer Aufführung von Lessings Minna von Barnhelm eingeweiht und fungiert bis heute als Grillo-Theater. Das Opernhaus der Stadt entstand nach Plänen von Alvar Aalto. Mit dem Museum Folkwang verfügt Essen zudem über eine Sammlung moderner Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Fotografien; weitere Einrichtungen sind die Folkwang-Universität der Künste, das Ruhr Museum und das Deutsche Plakatmuseum.

Die dritte Schicht ist die der Nachkriegsmoderne, und sie ist im Stadtbild kaum zu übersehen. Am 5. Oktober 1967 wurde in Essen die erste U-Bahn des Ruhrgebiets eröffnet; ihre erste Strecke war 600 Meter lang. Am 7. November 1979 wurde das Essener Rathaus mit einer Höhe von 106 Metern und 22 Etagen eröffnet, und einen Tag später das City Center Essen mit 26.000 Quadratmetern Nutzfläche. Markante Hochhäuser prägen das Stadtbild seither mit.

Die Familie Krupp war in Essen seit dem 16. Jahrhundert ansässig und bekleidete dort hohe Ämter. 1811 gründete Friedrich Krupp die Gussstahlfabrik; die Geschäfte liefen zunächst nicht sonderlich gut, doch der Bedarf an Arbeitern ließ die Bevölkerung deutlich wachsen. Die eigentliche Expansion begann 1846, als Alfred Krupp die Herstellung des nahtlosen Eisenbahn-Radreifens gelang. In der Folge dehnten sich die Werksflächen westlich der alten Stadt bis 1873 auf über 300 ha aus — das Zehnfache dessen, was die Altstadt einnahm. Die Ära der Familie endete erst 1967 mit der Abdankung von Arndt von Bohlen und Halbach.
Wie weit die Firma und die Stadt ineinander übergingen, zeigt ein Wohnhaus: Die Villa Hügel war von 1873 bis 1945 das Wohnhaus der Unternehmerfamilie Krupp; sie hat 399 Räume und liegt inmitten eines 41 Hektar großen Parks über dem Baldeneysee. Dazu kommt die Margarethenhöhe, eine Werkssiedlung, die als Beispiel für die deutsche Gartenstadtidee gilt, und die Arbeitersiedlung Altenhof II.
Unter der Stadt lag die Kohle, und über ihr entstand ein Schienennetz. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich auf dem Essener Stadtgebiet ein dichtes Eisenbahnnetz: 1862 zog man die Bergisch-Märkische Bahn, 1866 die Rheinische Bahn an der Innenstadt vorbei, und diese beiden Strecken bildeten das Grundgerüst für die zahllosen Anschlussgleise zu Zechen und Industriebetrieben. Mehrere Zechen entstanden nahe der Altstadt, etwa die Zeche Victoria Mathias im Nordviertel, die Zeche Hercules im Ostviertel und die Zeche Zur Hoffnung westlich der Innenstadt. 1865 übernahm die Stadt das Gaswerk an der Straße Auf der Union, und 1898 wurde die Aktiengesellschaft Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk gegründet — ihr Werk entstand unmittelbar neben der Zeche Victoria Mathias.
Die Rüstungsindustrie, die aus dieser Tradition gewachsen war, machte die Stadt im Zweiten Weltkrieg zum Ziel. Der Angriff auf Essen eröffnete eine bis Mitte Juli 1943 währende britische Luftoffensive, die als Battle of the Ruhr bekannt wurde. Am 11. März 1945 erlebte die Stadt den letzten Großangriff; der Stadtkern war zu über 90 Prozent zerstört, und am 11. April 1945 wurde Essen offiziell an die US-Truppen übergeben.
Die Rüstung stützte sich auf Zwang. Zehntausende Zwangsarbeiter lebten in der NS-Zeit in 350 Essener Lagern und mussten für Firmen wie Krupp und Siemens oder unter Tage arbeiten. Dazu kamen mehrere KZ-Außenlager, darunter das an der Humboldtstraße, das offiziell SS-Arbeitskommando Fried. Krupp hieß.
1933 gehörten der jüdischen Gemeinde Essens noch etwa 4.500 Menschen an; bis 1938 war ihre Zahl durch Auswanderung und Abschiebung auf etwa 2.000 gefallen. In der Pogromnacht zum 10. November 1938 brannte die Synagoge in der Innenstadt aus, die Synagoge in Steele wurde völlig zerstört. Ab Oktober 1941 wurden die Essener Juden deportiert, zuerst in die Ghettos von Minsk und Łódź, ab 1942 auch nach Theresienstadt, Izbica und Sobibor. Mehr als 2.500 Essener Juden überlebten den Krieg nicht; 1946 bestand die Gemeinde noch aus 150 Personen.
Die Alte Synagoge in der Innenstadt, deren Äußeres den Krieg fast unversehrt überstand, ist seit 1980 Gedenkstätte und seit Juli 2010 ein Haus jüdischer Kultur.
Die Zeche Zollverein war von 1851 bis 1986 in Betrieb; bis zu ihrer Stilllegung wurde dort 135 Jahre lang Kohle abgebaut. Die heute sichtbaren Anlagen gehören zum Schacht XII, der Anfang der 1930er Jahre entstand. Die Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer verbanden dort in der Architektursprache des Bauhauses Form und Funktionalität; sie ordneten den Industriekomplex in zwei Achsen an und gestalteten ihn nach Prinzipien der Symmetrie und Geometrie. Der Komplex ist damit zugleich Industriedenkmal und Architekturdenkmal.
Als am 23. Dezember 1986 die Zeche Zollverein schloss, war Essens Zeit als Bergbaustadt endgültig vorüber. Danach fiel eine Entscheidung, die nicht selbstverständlich war: Das Land Nordrhein-Westfalen entschloss sich gegen den Abriss, kaufte die Zeche der Ruhrkohle AG ab, stellte sie unter Denkmalschutz und ließ sie grundlegend sanieren. Die 1998 gegründete Stiftung Zollverein widmete sich der Wiedernutzbarmachung. 2001 wurde der Industriekomplex in die Welterbeliste eingeschrieben. Noch heute ist die Anlage mit ihren Schächten, Kokereien, Schienenwegen, Halden, Arbeitersiedlungen, Geschäften und Sozialeinrichtungen vollständig erhalten.

Zollverein steht auch in Essen nicht allein. Die Zeche liegt wie die nahe Schurenbachhalde auf der Route der Industriekultur, die Industriedenkmäler des Reviers miteinander verbindet. Auf dem Plateau der Schurenbachhalde erinnert eine fast 15 Meter hohe Walzstahlplatte an vergangene Zeiten.
Der Abstieg begann früh und dauerte lange. 1957 und 1958 traf die Kohlekrise auch Essen: Gegen Erdöl und eingeführte Kohle kam die heimische Steinkohle nicht mehr an, und für die Bergleute bedeutete das Feierschichten. 1959 sank die Beschäftigtenzahl im Essener Bergbau auf unter 50.000. In den 1960er Jahren verschärfte eine zweite Kohlekrise die Lage: Im Ruhrgebiet kündigten 25 Zechen ihre Stilllegung an, sechs davon in Essen mit zusammen über 13.000 Beschäftigten. Am 27. November 1968 wurde in Essen die Ruhrkohle AG gegründet, die den Abbau der Belegschaften koordinieren sollte; zwischen 1960 und 1970 ging die Zahl der Erwerbstätigen in der Stadt um 12,6 Prozent zurück.
Die Einwohnerzahl folgte mit Verzögerung. Am 26. Juli 1956 wurde in Essen der siebenhunderttausendste Einwohner geboren. Am 30. Juni 1963 erreichte die Stadt mit 731.994 Menschen ihren Höchststand; danach verringerte sich die Bevölkerung ständig. Gegengesteuert wurde mit Institutionen: 1972 entstand die Universität-Gesamthochschule Essen ausdrücklich als Maßnahme im Zuge des Strukturwandels vom Kohle- und Stahlstandort zum Dienstleistungszentrum, und am 15. Februar 1974 wurde das erste Universitätsgebäude übergeben.
2010 rückte dieser Umbau ins europäische Rampenlicht. Unter dem Motto Wandel durch Kultur — Kultur durch Wandel trug erstmals eine ganze Region den Titel der Kulturhauptstadt, genauer ein Verbund von 52 Städten und Gemeinden; federführend war Essen. Mehrere damalige Neueröffnungen bestehen fort, allen voran der von David Chipperfield entworfene Neubau des Museums Folkwang und das in der Zeche Zollverein untergebrachte Ruhr Museum, das sich als Gedächtnis des Ruhrgebiets versteht. Sieben Jahre später, 2017, trug Essen den Titel Grüne Hauptstadt Europas.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, DZT_IND, DZT_CAP, RIK
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