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Oberhausen, Stadt hatte am 31.12.2025 213.178 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 39 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Oberhausen, Stadt
Die meisten Städte benennen ihre Bahnhöfe nach sich selbst. In Oberhausen war es umgekehrt. Der Name gehörte zunächst einem Schloss an der Emscher, dann einem 1847 angelegten Bahnhof an der Cöln-Mindener Eisenbahn, und erst danach der Gemeinde, die rund um diesen Bahnhof entstand. Eine Stadt, die nach ihrer Infrastruktur heißt — passender ließe sich das westliche Ruhrgebiet kaum einführen.

Zwei Zahlen umreißen, worum es hier geht. 1758 ging auf heutigem Stadtgebiet eine Eisenhütte in Betrieb, aus der später die Gutehoffnungshütte wurde; sie bestimmte diesen Ort mehr als zwei Jahrhunderte lang. Und in den 1990er Jahren wurde ausgerechnet ihr Werksgelände zum Einkaufs- und Freizeitzentrum umgebaut. Dazwischen liegt ein Strukturwandel, der hier besonders vollständig durchgezogen wurde. Ende 2025 zählte Oberhausen 213.178 Einwohner.
Am Anfang steht eine Hütte, nicht eine Siedlung. 1758 nahm auf heutigem Stadtgebiet die St.-Antony-Hütte den Betrieb auf; sie gilt als Beginn der Industrialisierung dieses Raums und trägt der Stadt bis heute den Beinamen Wiege der Ruhrindustrie ein. Aus ihr und benachbarten Werken ging die Gutehoffnungshütte hervor, die bis 1986 bestand und in jenem Jahr als MAN neu geordnet wurde; der Firmensitz ging nach München.
Die Gemeinde kam gut hundert Jahre nach der Hütte. Am 1. Februar 1862 entstand die Bürgermeisterei Oberhausen, gebildet aus Teilen von sechs Nachbargemeinden und betrieben vom Duisburger Landrat Anton Kessler; zwei Drittel des Gebiets steuerte Borbeck mit Lippern und Lirich bei, dazu kamen Stücke von Alstaden, Dümpten, Styrum, Meiderich und Buschhausen. Ein Ort also, der aus Rändern zusammengesetzt wurde, weil in der Mitte Arbeit war.
Danach ging es schnell. Am 10. September 1874, zwölf Jahre nach der Gründung, erhielt Oberhausen mit der Einführung der Städteordnung die Stadtrechte. Am 1. April 1901 schied es aus dem Landkreis Mülheim an der Ruhr aus, nachdem es die Marke von 40.000 Einwohnern erreicht hatte, und wurde Stadtkreis. Vier Jahrzehnte für den Weg von der Verwaltungseinheit zur kreisfreien Stadt — das ist das Tempo des Ruhrgebiets im 19. Jahrhundert.
Die Bauten der Hütte prägen das Stadtbild bis heute. Das von Peter Behrens entworfene Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte, ein Backsteinbau der 1920er Jahre, beherrscht die Essener Straße und dient inzwischen als Museumsdepot. Dazu kommen die Hauptverwaltung und das Werksgasthaus der Gutehoffnungshütte, der Wasserturm und die Zechen Osterfeld und Sterkrade. In Sterkrade wird im früheren Werk III bis heute Maschinenbau betrieben, mit rund 1.500 Beschäftigten: Kompressoren sowie Dampf- und Gasturbinen.
Auch das Wohnen war Werkssache. Zu den Bauten von besonderem städtebaulichem Interesse zählen die Arbeitersiedlungen des 19. und 20. Jahrhunderts, unter ihnen Eisenheim in Osterfeld, dazu Dunkelschlag, Grafenbusch und Stemmersberg. Wer diese Straßenzüge durchgeht, sieht die Sozialgeschichte des Reviers in Grundrissen.
Der auffälligste Rest der Hütte ist ein leerer Behälter. Der Gasometer der Gutehoffnungshütte, 1929 errichtet, wurde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscher Park zu einem Veranstaltungsort umgebaut. Sein Dach liegt 117,5 Meter über dem Boden und ist zu Fuß oder per Aufzug erreichbar; von dort sieht man über die Kulturlandschaft des Ruhrgebiets.

Als Ausstellungshalle funktioniert er überraschend gut. Die Schau Sternstunden – Wunder des Sonnensystems zog 2010 fast eine Million Besucher an; davor und danach zeigte das Haus Arbeiten von Christo, Bill Viola und Christina Kubisch. Ein Industriebau, in dem einst Gichtgas gespeichert wurde, ist damit zu einem Ausstellungsort von überregionalem Rang geworden — ohne dass man ihn dafür verkleiden musste.
Systematisch aufgearbeitet wird die Industriegeschichte einige hundert Meter weiter. Westlich des Hauptbahnhofs liegt das LVR-Industriemuseum, das Rheinische Landesmuseum für Industrie- und Sozialgeschichte; seine Dauerausstellung führt durch 150 Jahre Eisen und Stahl zwischen Rhein und Ruhr. 2008 kam als Zweigstelle das Museum St.-Antony-Hütte hinzu, dazu ein Museum in der Siedlung Eisenheim, das zentrale Depot im Peter-Behrens-Bau und ein Museumsbahnsteig im Hauptbahnhof.

Der eigentliche Umbau geschah jedoch auf dem Gelände selbst. In den 1990er Jahren entstand auf dem ehemaligen Industrieareal der Gutehoffnungshütte, das zuletzt Thyssen gehörte, ein zweites Stadtzentrum: die Neue Mitte Oberhausen mit dem Einkaufszentrum CentrO. Dazu kamen eine Multifunktionshalle, ein Freizeitpark, ein Multiplexkino, ein Erlebnisaquarium, eine Marina am Rhein-Herne-Kanal und eine Musicalhalle. Nach Erhebungen des städtischen Amts für Statistik und Wahlen entstanden dabei rund 10.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.
Dass ausgerechnet diese Industriestadt eine feste Adresse der Filmgeschichte ist, überrascht die meisten Besucher. Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen wurden 1954 gegründet und finden seither jährlich statt. Sie sind der Höhepunkt des hiesigen Kulturkalenders und über die Jahrzehnte zu einer der wichtigen internationalen Plattformen dieses Formats geworden.

Ihre zentrale Spielstätte ist der Lichtburg Filmpalast, ein Filmkunstkino in der Innenstadt. Ein Festival braucht einen Saal, und ein Saal braucht ein Publikum; dass beides hier über siebzig Jahre erhalten blieb, ist für eine Stadt dieser Größe bemerkenswert.
Die Stadt hat auch selbst Filmleute hervorgebracht. In Oberhausen geboren wurde Christoph Schlingensief, der als Regisseur zwischen Film, Theater und Aktion arbeitete.
Die zweite Ebene ist die Kunst, und sie liegt im Schloss Oberhausen, einem ehemaligen Herrensitz an der Emscher und einem Wahrzeichen der Stadt. Der Bau wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1960 wiederaufgebaut; heute beherbergt er die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, eine Einrichtung der Peter und Irene Ludwig-Stiftung mit wechselnden Ausstellungen.
Die dritte Ebene ist die stillste. Direkt neben dem Schloss liegt die Gedenkhalle Oberhausen mit einer Dauerausstellung zur NS-Herrschaft in der Stadt. Sie gilt als erste Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in Westdeutschland. Zu dieser Geschichte gehört die Synagoge in der Friedenstraße, die in der Pogromnacht 1938 niederbrannte; 1933 hatten etwa 600 Juden in der Stadt gelebt. Wer wissen will, wie sich Oberhausen selbst sieht, findet so drei Antworten auf engem Raum: Kino, Kunst und Erinnerung.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_IND, RIK
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Ob dieser Tausch aufgeht, ist eine Frage der Rechnung. Das CentrO zählt rund 25 Millionen Kunden, weitere elf Millionen Tagestouristen kommen wegen der übrigen Freizeiteinrichtungen. Zugleich gehört Oberhausen bei Gewerbe- und Grundsteuer zu den Städten mit den höchsten kommunalen Sätzen in Deutschland. Beide Zahlen gehören zusammengelesen, und beide stehen in derselben Quelle.






