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Erlangen hatte am 31.12.2025 116.450 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 65 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Erlangen
Erlangen liegt im Regnitztal; der Fluss durchquert das Stadtgebiet von Süden nach Norden und trennt es in zwei etwa gleich große Teile. Die Stadt sitzt auf 279 m und umfasst 76,96 Quadratkilometer. Im Westen verläuft neben dem Fluss der Main-Donau-Kanal, im Norden mündet die Schwabach und im Süden die Mittlere Aurach in die Regnitz.
Zwei Namen bestimmen das heutige Bild: die Friedrich-Alexander-Universität und der Konzern Siemens. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 116.450 Einwohner. Zusammen mit Nürnberg und Fürth bildet Erlangen den Kern der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Auffällig ist, dass die Altstadt jünger wirkt als die Neustadt daneben, und tatsächlich ist die ältere Siedlung baugeschichtlich die jüngere.

Erstmals namentlich genannt wird Erlangen in einer Urkunde aus dem Jahr 1002. Gemeint war dort vermutlich das Dorf Alt-Erlangen westlich der Regnitz, während östlich des Flusses damals erst eine Rodungssiedlung im Entstehen war. Der Ort gehörte zum Bistum Bamberg, bis ihn Kaiser Karl der Vierte im Dezember 1361 für 2225 Pfund Heller kaufte. König Wenzel erhob Erlangen 1398 zur Stadt; zu den Privilegien zählten Wegegeld, ein Kaufhaus und eine Stadtmauer. Das Städtchen blieb klein und wurde mehrfach geplündert, 1431 im Hussiteneinfall sogar völlig zerstört. Für 1497 verzeichnet die Steuerliste 92 Haushalte, was auf rund 350 Einwohner schließen lässt. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges waren es 118 Haushalte mit ungefähr 500 Menschen.
Die Wende brachte das Jahr 1685, in dem der französische König Ludwig der Vierzehnte das Edikt von Nantes widerrief. Markgraf Christian Ernst bot den Flüchtlingen Ansiedlung und freie Religionsausübung an, um die Wirtschaft seines vom Krieg gezeichneten Fürstentums zu beleben. Die ersten sechs Hugenotten trafen am 17. Mai 1686 ein, etwa 1500 folgten in mehreren Wellen. Südlich des Städtchens, das seither Altstadt hieß, entstand die Neustadt als eigene, planmäßig angelegte Siedlung. Den Grundriss entwarf der markgräfliche Oberbaumeister Johann Moritz Richter mit der Hauptstraße als Symmetrieachse und einheitlich schlichten Fassaden. Der Bau begann am 14. Juli 1686 mit der Grundsteinlegung für die Hugenottenkirche.

Am 14. August 1706 legte ein Großbrand fast die gesamte Altstadt in Asche, und beim Wiederaufbau folgte man dem Vorbild der Neustadt. Damit war die Altstadt, obwohl die ältere Siedlung, baugeschichtlich die jüngere Planstadt. Seit 1755 feiert die Stadt die Bergkirchweih, ein Volksfest, das jedes Jahr am Donnerstag vor Pfingsten beginnt. 1812 wurden Altstadt und Neustadt zu einer Stadt vereint, die fortan schlicht Erlangen hieß. Im Jahr 1822 hielt man in der Hugenottenkirche zum letzten Mal einen französischen Gottesdienst. Vom mittelalterlichen Erlangen ist über der Erde wenig geblieben, denn nur Teile der Stadtmauer und ein Badhaus-Erdgeschoss reichen so weit zurück. Die tiefen Keller überstanden die Brände dagegen meist unversehrt, und seit 1988 vermessen zwei Architekten sie im Auftrag des Heimat- und Geschichtsvereins.
Die Friedrich-Alexander-Universität geht auf Markgraf Friedrich zurück, der 1742 eine Hochschule für Bayreuth stiftete; schon 1743 wurde sie nach Erlangen verlegt. Anfangs fand sie wenig Anklang, und nach dem Übergang an Bayern sank die Studentenzahl auf etwa 80. Die drohende Schließung wurde nur abgewendet, weil Erlangen die lutherische theologische Fakultät des Königreichs trug. Der Aufschwung setzte in den 1880er Jahren ein, und die Zahl der Studenten wuchs von 374 im Winter 1869/70 auf 1000 im Jahr 1890. Frauen durften ab 1897 studieren, und 1904 legte eine Frau die erste Promotion ab. Im Wintersemester 2023/24 verzeichnete die Universität 39.568 Studierende, 277 Studiengänge und 637 Professuren. Geboren wurden in Erlangen unter anderem der Physiker Georg Simon Ohm und die Mathematikerin Emmy Noether.
Die Industrie wuchs aus der Wissenschaft heraus: Der Universitätsmechaniker Erwin Moritz Reiniger baute ab 1876 optische und feinmechanische Geräte, und 1886 entstand daraus die Firma Reiniger, Gebbert & Schall. Nach 1945 wurde Erlangen für Siemens zum Standort, denn am 25. Juni 1945 begann ein Vorausteam von zwei Mann, und Anfang 1946 arbeiteten schon 200 Beschäftigte der Siemens-Schuckertwerke dort. Zehn Jahre später zählte das Unternehmen über 6000 Beschäftigte, 1966 über 10.000, und 1986 kam die Belegschaft auf 31.000. Auf dem früheren Forschungsgelände im Süden entsteht seit 2017 der Siemens Campus als neuer Stadtteil. Beinahe jeder vierte Beschäftigte arbeitet heute in Medizintechnik oder Gesundheitswesen.
Bei der Reichstagswahl 1933 kam die SPD in Erlangen auf 34,9 Prozent, die NSDAP auf 42,6 Prozent. Die Universität war da schon länger Schauplatz: Ab 1929 dominierte die NSDAP die Studentenvertretung, die als Zentrum nationalistischer Gesinnung galt. In der Reichspogromnacht trieb man die jüdischen Familien im Hof des damaligen Rathauses zusammen und erniedrigte sie.
Am 16. April 1945 übergab Oberstleutnant Werner Lorleberg als örtlicher Kommandant die Stadt kampflos an die anrückenden Amerikaner. Er selbst kam am selben Tag ums Leben; ob man ihn erschoss oder er sich das Leben nahm, ist nicht abschließend geklärt. Bombenangriffe hatten Erlangen nur zu 4,8 Prozent zerstört.
Eine Garnison bekam die Stadt erst spät, nachdem sie sich lange darum bemüht hatte: Am 12. März 1868 zog die erste Truppe ein. Nach dem Krieg blieb amerikanisches Militär in der Stadt, bis am 28. Juni 1994 die Liegenschaften dem Bund übergeben wurden und die 126 Jahre als Garnisonsstadt endeten. Auf dem frei gewordenen Gelände entstand der Stadtteil Röthelheimpark.

Durch die Gebietsreform wuchs die Stadt, und 1974 überschritt sie erstmals die Grenze von 100.000 und wurde damit zur Großstadt. In den Jahren 1990 und 1991 trug Erlangen den Titel Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz. Am 25. Mai 2009 verlieh die Bundesregierung der Stadt den Titel Ort der Vielfalt. Im Juni 2024 stimmte bei einem Bürgerentscheid eine Mehrheit von 52,4 Prozent für den Bau der Stadt-Umland-Bahn zwischen Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach. Seit 2024 ist der Nahverkehr in der Innenstadt kostenlos.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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