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Fürth hatte am 31.12.2025 131.344 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 57 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Fürth
Fürth grenzt im Osten unmittelbar an Nürnberg, und der historische Kern liegt dort, wo Rednitz und Pegnitz zur Regnitz zusammenfließen. Die Stadt sitzt auf 296 m und umfasst 63,35 Quadratkilometer. Jenseits des Main-Donau-Kanals im Westen steigt der Stadtwald an, im Norden schließt das fruchtbare Knoblauchsland an.
Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 131.344 Einwohner. Der Satiriker Moritz Gottlieb Saphir nannte Fürth abfällig „Bayrisches Jerusalem“, seit den 1880er Jahren galt „Fränkisches Jerusalem“ als anerkennende Bezeichnung.
Erstmals genannt wird Fürth am 1. November 1007 in einer Urkunde, mit der König Heinrich der Zweite den Ort dem neu gegründeten Domkapitel Bamberg übertrug. Das Marktrecht ging bald an Nürnberg verloren, und erst ab 1062 durfte in Fürth wieder Markt gehalten werden. Bis 1792 herrschten drei Mächte nebeneinander, nämlich die Reichsstadt Nürnberg, die Dompropstei Bamberg und die Ansbacher Markgrafen, was oft zu Streit führte. Wegen des nahen Nürnberg blieb Fürth lange bäuerlich, und um 1600 lebten dort wohl nur zwischen 1000 und 2000 Menschen. Im Dreißigjährigen Krieg traf es den Ort hart: 1632 tobte die Schlacht an der Alten Veste, und 1634 brannte Fürth bis auf wenige Häuser nieder. Die Kirche St. Michael mit gotischem Kern überstand nach heutiger Einschätzung wahrscheinlich den Brand vom 8. September 1634.

1792 endete die Dreiherrschaft, weil der letzte Markgraf von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth abdankte; Fürth wurde preußisch und kam 1806 an Bayern, wo es zur Stadt wurde. Im Jahr 1835 fuhr der Adler auf der Ludwigseisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth, und mit dem Ludwig-Donau-Main-Kanal erreichte 1843 die Industrialisierung die Stadt. Um 1864/65 kamen mit der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn und der Ludwigs-West-Bahn Fernverbindungen dazu. Am 22. Januar 1922 lehnten knapp 65 Prozent der Fürther in einer Volksabstimmung die Eingemeindung nach Nürnberg ab, obwohl Stadtrat und Gewerkschaften mehrheitlich dafür waren. Im Zweiten Weltkrieg blieben trotz der Luftangriffe 90 Prozent der historischen Bausubstanz erhalten. Kasernen und Flugplatz in Atzenhof nutzten amerikanische Streitkräfte danach jahrzehntelang weiter.
Die ersten Belege jüdischer Einwohner stehen im Gerichtsbuch von 1440, eine Gemeinde bestand damals aber noch nicht. Markgraf Georg der Fromme erlaubte 1528 zwei Juden, sich gegen Schutzgeld für sechs Jahre niederzulassen, und ab 1556 durften Juden auch auf dem Gebiet des Domstifts Bamberg zuziehen. Der Friedhof entstand 1607, eine Synagoge 1617 und 1653 ein jüdisches Krankenhaus. Die angesehene Talmudschule der Gemeinde schlossen die bayerischen Behörden 1824. Nach der Aufnahme vieler Wiener Juden im Jahr 1670 lebten 1716 etwa 400 jüdische Familien in der Stadt.
Im Jahr 1807 machten Juden 19 Prozent der Bevölkerung aus, und um 1880 zählte die Gemeinde rund 3300 Mitglieder. Es gab eine jüdische Volksschule seit 1862 und eine Mittelschule seit 1882, und 1906 wurde ein zweiter Friedhof eröffnet. Beim Novemberpogrom 1938 zerstörte man die Synagoge, und ab 1941 deportierte man den verbliebenen Teil der Gemeinde überwiegend in Vernichtungslager.

Nach dem Krieg kehrte jüdisches Leben in die Stadt zurück. Nach Kriegsende entstand ein Lager für jüdische Displaced Persons, in dem Ende 1945 schon 850 Menschen lebten und das im Juli 1950 aufgelöst wurde. Die heutige Israelitische Kultusgemeinde hat etwa 475 Mitglieder, überwiegend aus den ehemaligen GUS-Staaten. Seit 1999 hat das Jüdische Museum Franken seinen Hauptsitz in Fürth, in einem Haus, das im Kern ins 17. Jahrhundert zurückreicht und bis ins späte 19. Jahrhundert jüdischen Familien gehörte; erhalten sind dort eine historische Laubhütte und ein Ritualbad im Keller.
In den 1950er Jahren wurde Fürth durch das Versandhaus Quelle und die Grundig AG zum bundesweit beachteten Beispiel des Wirtschaftswunders. Gustav Schickedanz gründete Quelle am 26. Oktober 1927, und die Versicherung Ergo Direkt ging 1984 aus dem Konzern hervor. Im früheren Quelle-Hauptgebäude sitzt seit dem 1. Oktober 2016 das Bayerische Landesamt für Statistik mit etwa 290 Beschäftigten. Max Grundig baute sein Unternehmen nach dem Krieg mit einem Radiobausatz auf, und bis Mitte 2000 lag der Hauptsitz der Grundig AG in Fürth. Aus der Grundig-Zentrale wurde der Technologiepark Uferstadt mit dem Rundfunkmuseum und einem Fraunhofer-Institut.
Das Brauwesen prägte die Stadt früher stark, und heute ist Fürth Verwaltungssitz, Brauort und Logistikzentrum von Tucher Bräu. Die Spielwarenindustrie zählt zu den wichtigen Wirtschaftsfaktoren, und die Simba-Dickie-Group und Bruder Spielwaren haben ihren Sitz in Fürth. Der 1926 gegründete Hersteller Uvex hat Hauptsitz und Fertigung in der Stadt, und auch der Süßwarenhersteller Trolli sitzt hier.
Universitätsstadt ist Fürth seit dem Ende des Jahres 2004, als das Zentralinstitut für Neue Materialien der Universität Erlangen-Nürnberg entstand, und 2012 kam die Wilhelm Löhe Hochschule dazu.
Geschlossene Straßenzüge aus der Zeit vor und um die Wende zum zwanzigsten Jahrhundert prägen die Innenstadt, deshalb gilt Fürth kunsthistorisch als Stadt des Historismus. Bombenangriffe zerstörten im Zweiten Weltkrieg etwa zwölf Prozent der Stadt, daher blieb das historische Stadtbild weitgehend erhalten.

Der Liershof wurde 1621 als zweigeschossiger Quaderbau mit einem Zwerchhaus aus Fachwerk errichtet. Zwei Jahrhunderte später entstand von 1824 bis 1828 die klassizistische Kirche Unsere Liebe Frau, und erst 2001 belegte eine aufgefundene Planzeichnung Leo von Klenze als Architekten. Kurz darauf ließen die Grafen Pückler-Limburg zwischen 1830 und 1834 an der Stelle eines Wasserschlosses das Schloss Burgfarrnbach errichten, heute beherbergt es das Stadtarchiv.

Das Rathaus mit seinem 55 m hohen Turm im italienischen Stil entstand zwischen 1840 und 1850 nach Plänen von Georg Friedrich Christian Bürklein. Der Turm ahmt den Palazzo Vecchio in Florenz nach und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Auf das Rathaus folgte 1863/1864 das Empfangsgebäude des Bahnhofs nach einem Entwurf von Eduard Rüber, und 1890/91 baute man das Logenhaus der Freimaurer im Stil der Neurenaissance. Aus unserer Zeit stammt der Gauklerbrunnen am Grünen Markt, 2004 von Harro Frey geschaffen; er besteht aus drei Figurengruppen, von denen zwei durch Wasserelemente verbunden sind.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: IKE, DZT
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