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Nürnberg hatte am 31.12.2025 531.159 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 61 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Nürnberg
Die Stadtfläche beträgt 186,45 Quadratkilometer, und durch das Stadtgebiet fließen die Pegnitz und der Main-Donau-Kanal. Beiderseits der Pegnitz breitet sich Nürnberg aus; der Fluss entspringt etwa 80 Kilometer nordöstlich und zieht auf rund 14 Kilometern von Ost nach West durch das Stadtgebiet, das er im westlichen Ortsteil Doos am tiefsten Punkt der Stadt auf 288 m verlässt, um in Fürth mit der Rednitz zusammenzufließen. Die Exklave Brunn trägt mit 406 m die höchste Erhebung der Stadt; an sie grenzen die gemeindefreien Gebiete Brunn, Winkelhaid und Fischbach.
Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 531.159 Einwohner.
Unweit des heutigen Hauptmarktes lassen sich erste slawische Siedlungsspuren auf etwa 850 datieren; wann die Stadt gegründet wurde, ist dagegen nicht überliefert — infrage kommt die Zeit zwischen 1000 und 1040, als das Grenzgebiet zwischen Sachsen, Bayern, Ostfranken und Böhmen gesichert wurde und sich hier wichtige Straßen kreuzten. Als Ausstellungsort führt die sogenannte Sigena-Urkunde, die Kaiser Heinrich der Dritte 1050 ausfertigen ließ, neben dem Datum den Namen nuorenberc — damit ist Nürnberg zum ersten Mal urkundlich bezeugt. Aus dem Reichsgut Nürnberg samt Umland formte Heinrich der Vierte 1065 einen eigenen Hochgerichts- und Verwaltungsbezirk; Konrad der Dritte übertrug die neu errichtete Burggrafschaft samt Gericht und Verwaltung den Edelfreien von Raabs.
Mit dem Großen Freiheitsbrief machte König Friedrich der Zweite Nürnberg 1219 zur Freien Reichsstadt; der Einfluss der Burggrafen schrumpfte bald auf die Burggrafenburg zusammen und erlosch ganz, als der letzte Burggraf 1427 deren Brandstätte an den Rat der Stadt verkaufte — Nürnberger und Baiern hatten die Anlage südlich des fünfeckigen Turms der Kaiserburg 1420 zerstört. Gern hielten sich viele Kaiser in der Stadt auf, unter ihnen Karl der Vierte, der hier 1356 die Goldene Bulle erließ; 1423 vertraute König Sigismund ihr die Reichskleinodien an, die sie bis Anfang des 19. Jahrhunderts verwahrte.
Als Blütezeit der Stadt gelten gemeinhin die Jahre zwischen 1470 und 1530 — trotz wiederkehrender Fehden und Konflikte mit Rittern wie Götz von Berlichingen oder Conz Schott von Schottenstein, denen das Heer des Fränkischen Reichskreises nach 1512 ein Ende setzte. Ihren Reichtum verdankte die Stadt dem ausgezeichneten Handwerk und ihrer günstigen Lage als Handelsplatz mitten in Europa; einen wichtigen Impuls für die wirtschaftliche Blüte gaben um 1487 die Heiltumsweisungen, also das Vorzeigen der Reichskleinodien, und die hiesige Börse verband den Handel zwischen Italien und anderen Wirtschaftszentren Europas.
Die Gegend um Nürnberg wurde im Dreißigjährigen Krieg zum Schauplatz eines Stellungskriegs, der sich über mehrere Jahre hinzog; 1632 hatte sich die Stadt mit Gustav Adolf von Schweden verständigt, der Stadt und Umland fortan als Standort für seine Truppen nutzte und die Befestigungen ausbauen ließ. Erobert wurde Nürnberg nicht, doch die Verwüstungen im Umland schwächten es wirtschaftlich dauerhaft. Nach Krieg und Westfälischem Frieden richteten schwedische Gesandte ab dem 25. September 1649 in der Stadt ein Friedensmahl aus, bei dem die Konfliktparteien den Frieden in mehrtägigen Feierlichkeiten besiegelten. Die französische Armee übergab die Stadt am 15. September 1806 schließlich dem Königreich Bayern, das alsbald eine Zivilverwaltung einsetzte und die exorbitanten Schulden der Reichsstadt in die gesamtbayerischen Staatsschulden übernahm.
Im 19. Jahrhundert stieg Nürnberg zu einem der Industriezentren Bayerns auf; 1835 fuhr der Adler von hier nach Fürth, die erste Eisenbahn im deutschen Personenverkehr. Zur Hafenstadt wurde die Stadt in den 1840er Jahren, als sie der von 1835 bis 1846 erbaute Ludwig-Donau-Main-Kanal erreichte. Zwischen 1870 und 1939 wuchs Nürnberg zu einem Zentrum für Spielwaren und Modelleisenbahnen heran; daneben zählten Maschinen- und Elektroapparatebau, Zweirad- und Bleistiftindustrie zu den bedeutenden Wirtschaftszweigen.

Zu den wichtigen Wahrzeichen zählen mehrere Bauten an der Historischen Meile, allen voran die Nürnberger Burg und die beinahe lückenlos erhaltene Stadtmauer; daneben stehen noch weitere Adelsbauten und Burgen der alten Reichsstadt. Im 13. Jahrhundert besaß jede der beiden Stadthälften noch ihre eigene Ummauerung, erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts schloss sich der innere Mauerring über die Pegnitz hinweg. Jenseits des historischen Zentrums, nördlich wie südlich der Pegnitz und bis zur Ringstraße, bestimmen dichte städtische Bebauung mit vielen Gründerzeit- und Nachkriegsbauten sowie einzelne Hochhäuser das Bild. Dass die Altstadt heute wieder so geschlossen wirkt, verdankt sie allerdings zu einem großen Teil dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg.
Häufige alliierte Luftangriffe beschädigten die Stadt im Zweiten Weltkrieg schwer; am 2. Januar 1945 sank die Altstadt fast vollständig in Trümmer, und auch die fünftägige Schlacht um Nürnberg im April 1945 kostete historische Bausubstanz. Nach Kriegsende erwog man, das zerstörte Nürnberg ganz aufzugeben und andernorts neu zu errichten; heute stammen etwa 25 Prozent der Gebäude aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Ein Architekturwettbewerb entschied Anfang 1948, den Wiederaufbau nach Bebauungsplänen von Heinz Schmeißner und Wilhelm Schlegtendal anzugehen, und 1949 war die Stadt Gastgeberin der Deutschen Bauausstellung unter dem Motto Wir müssen bauen.
Der Wiederaufbau hielt sich weitgehend an die historischen Stadtstrukturen, weshalb sich diese an vielen Plätzen noch immer ablesen lassen, obwohl die Bausubstanz überwiegend zerstört war; namentlich die Dachlandschaft gleicht wieder dem Vorkriegszustand, während man die meisten Fassaden eher zweckmäßig und kostensparend hielt. Bedeutende Bürgerhäuser wie das Toplerhaus und das Pellerhaus sowie die Bauten am Hauptmarkt entstanden allerdings gar nicht oder nur teilweise neu; die letzte Baulücke am Hauptmarkt schloss sich erst 1967.
Ihre ersten Reichsparteitage hielten die Nationalsozialisten in den 1920er-Jahren in Nürnberg ab — gewinnen konnte die NSDAP bei Wahlen in der Stadt allerdings nie: Regiert wurde überwiegend von der liberalen DDP, und als Industriestandort war Nürnberg zugleich ein Zentrum der bayerischen Sozialdemokratie. Das Amt des Oberbürgermeisters hatte in den 1920er Jahren Hermann Luppe inne; am 20. Oktober 1922 gründete Julius Streicher hier die erste NSDAP-Ortsgruppe, und damit setzte der Aufstieg des Nationalsozialismus in der Stadt ein. Luppe stritt gegen den Antisemitismus und geriet darüber mit Streicher und der NSDAP aneinander; nach der Machtübernahme verhaftete man ihn am 18. März 1933 widerrechtlich und wies ihn nach seiner Entlassung aus Nürnberg aus.
In der Zeit des Nationalsozialismus machten die Machthaber Nürnberg als Stadt der Reichsparteitage zu einem der wichtigen Schauplätze ihrer Propaganda. Einstimmig beschloss der Reichstag hier am 15. September 1935, auf dem siebten Reichsparteitag der NSDAP, die Nürnberger Gesetze, auch Nürnberger Rassegesetze genannt; sie sollten der Bewegung als Rechtsgrundlage für ihre antijüdische Gesinnung dienen. Wie weit die Verfolgung in das Wirtschaftsleben der Stadt griff, zeigt die Spielwarenindustrie. Viele der hiesigen Spielwarenfabriken befanden sich im sogenannten jüdischen Besitz, und in den Jahren 1936 bis 1938 fielen zahlreiche Hersteller der von den Nationalsozialisten erzwungenen Arisierung zum Opfer. Häftlinge aus dem KZ Flossenbürg waren zwischen 1941 und 1945 in Außenlagern in der Stadt untergebracht; vom 18. Oktober 1944 bis 6. März 1945 bestand zudem ein Außenlager, dessen 550 weibliche Häftlinge für die Siemens-Schuckertwerke in der Katzwanger Straße Zwangsarbeit leisten mussten.
Monumentale Bauten plante das Regime auf dem nie vollendeten Reichsparteitagsgelände, dessen Anlage auf Pläne von Albert Speer, Walter Brugmann sowie Ludwig und Franz Ruff zurückgeht und das großflächige Zeugnisse nationalsozialistischer Architektur umfasst. Ab 1935 wurde sowohl mit der Errichtung des Zeppelinfelds mitsamt Zeppelintribüne als auch der Kongresshalle begonnen, ersteres wurde 1937 fertiggestellt, 1967 erfolgte aufgrund von Einsturzgefahr jedoch der Abbruch der seitlichen Kolonnaden der Haupttribüne, und die Kongresshalle wurde nur teilweise vollendet und beherbergt heute unter anderem das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Zwei weitere Entwürfe Albert Speers gingen 1939 in die Umsetzung: die Paradefläche Große Straße und das Deutsche Stadion; von den 2 km der Großen Straße wurden rund 1,5 km fertig, vom Stadion blieb nur die Baugrube, in der heute der Silbersee liegt. Vom 1938 begonnenen Märzfeld wurden nur etwa 75 Prozent der Türme errichtet, die 1966 gesprengt wurden, und heute befindet sich auf dem Areal der Stadtteil Langwasser Nordost.
Aus Nürnberg stammen bekannte Persönlichkeiten wie der Maler Albrecht Dürer, der Dichter Hans Sachs und der Komponist Johann Pachelbel. Ebenfalls in Nürnberg geboren wurden Martin Behaim, der einen Globus erbauen ließ, und Peter Henlein, der als vorgeblicher Erfinder der Taschenuhr Nürnberger Ei gilt, sowie der Chronist Hartmann Schedel und der Maler Michael Wolgemut.
Für einige literarische und musikalische Werke stand die Stadt Pate: für Richard Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg etwa, für La poupée de Nuremberg von Adolphe Adam und für Alexandre Dumas’ Erzählung Histoire d’un casse-noisette, die Pjotr Iljitsch Tschaikowski zum Ballett vertonte. Über die Region hinaus wirken der weihnachtliche Christkindlesmarkt sowie das Germanische Nationalmuseum und etliche weitere Häuser — das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, das Memorium Nürnberger Prozesse, das Spielzeugmuseum, das Museum Industriekultur und das Verkehrsmuseum Nürnberg.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT, MOTW
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Zu neuen Oberbürgermeistern ernannte die amerikanische Militärregierung im Juli 1945 Martin Treu und Hans Ziegler; neben der Entnazifizierung auf kommunaler Ebene begannen im November 1945 im Justizpalast an der Fürther Straße die Nürnberger Prozesse, in denen sich führende Kriegsverbrecher der NS-Diktatur zu verantworten hatten. Der Justizpalast samt angrenzendem Gefängnis hatte den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden — deshalb fiel die Wahl des Prozessortes auf Nürnberg statt auf Berlin, zumal die Stadt der Reichsparteitage symbolisch ähnlich schwer wog wie die Hauptstadt oder München. Mit diesen Prozessen wurde die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zum Schauplatz der ersten Urteile auf Grundlage des Völkerstrafrechts und trägt seither den Titel Stadt der Menschenrechte.

Aus der Rolle, die Nürnberg unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft spielte, leitet die Stadt eine besondere Verpflichtung ab: aktiv zum Frieden und zur Verwirklichung der Menschenrechte beizutragen; dazu entstand 1993 unter anderem die Straße der Menschenrechte, ein Mahnmal für die Würde des Menschen, dazu das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, das seit 2001 über die NS-Zeit in Nürnberg unterrichtet. Der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis geht seit 1995 an Personen, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen; am 10. Dezember 2000 erhielt die Stadt in Paris den UNESCO-Preis für Menschenrechtserziehung. Für die Weltkulturerbeliste der UNESCO hat sich Nürnberg mit dem Saal 600 im Justizgebäude beworben, in dem ab dem 20. November 1945 das Internationale Militärtribunal tagte.






